Hochspannung in der Zieltalgemeinde
Publiziert in 6 / 2010 - Erschienen am 17. Februar 2010
Partschins – Es knistert in der ganzen Gemeinde, meinte sinngemäß SVP-Ortsobmann Jochen Raffl (im Bild), und ließ sich nicht erweichen, die Namen der beiden Bürgermeister-Kandidaten, die sich bei ihm gemeldet hatten, zu verraten. Nur so viel war dem an sich eloquenten Obmann zu entlocken: „Man kann nicht sagen, dass beide von der Arbeitnehmerseite kommen.“ Die Katze aus dem Sack lassen wird er am morgigen Donnerstag, 18. Februar um 20.00 Uhr bei der Ortsausschusssitzung. Seit Mittwoch, 10. Februar, seit dem Ablauf der Frist zur Meldung beziehungsweise Mitteilung von Kandidaturen für Bürgermeister und Gemeinderat ist die Spannung fast unerträglich geworden, beschrieb Jochen Raffl die Situation in der Zieltalgemeinde. Er selbst sitze wie auf Nadeln, er habe nämlich keine Ahnung, was in dem Brief stehe, den der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Albert Gufler, ihm überreicht hatte. Gufler habe nur geschmunzelt, als er, Raffl, sich erkundigen wollte, ob die Wirtschaft nun einen oder mehrere Bürgermeisterkandidaten präsentiere. „Wir sind alle hier bis zum Äußersten gespannt,“ wiederholte sich Ortsobmann Raffl am Telefon. „Seit heute (11.2.) 7.45 Uhr läuft mein Telefon heiß. Es werden alle Tricks angewandt, um mich auszuquetschen. Ich habe auch Bürgermeister Robert Tappeiner keinen Namen genannt. Eines haben wir mit dieser Brief-Aktion an alle Interessensverbände und –vereine auf jeden Fall erreicht, die ganze Gemeinde fiebert dem morgigen Abend entgegen. Von wegen Politikverdrossenheit. Jetzt müssen wir nur noch diesen Schwung für die Partei mitnehmen.“
Etwas anders sah es auf Nachfrage Referent Florian Gamper. Abgesehen davon, dass er selbst nicht mehr antreten wird, deutete er auch an, dass von den derzeitigen Vertretern der Wirtschaft kaum einer übrig bleiben werde. Die Geheimniskrämerei um die Nachfolgeregelung finde er ungünstig. „Man hätte sich als Neuling, oder als unentschlossener Kandidat irgendwie organisieren können, wenn man die Bürgermeisterkandidaten kennt“, meinte er.
Günther Schöpf