Der mittägliche Wahnsinn auf der Höhe der 60 Jahre alten Etschbrücke in Goldrain.

Vier Mal am Tag der stinkende Wahnsinn

Publiziert in 8 / 2010 - Erschienen am 3. März 2010
Goldrain – In der Zeit der Pferdefuhrwerke hätte man Goldrain einen Verkehrs­knotenpunkt oder belebten Handelsplatz genannt. Im Zeitalter der Benzin- und Dieselfresser ist Goldrain zu einem verkehrsgeplagten und lärmenden Straßendorf geworden, das durch- und überfahren wird. Der Bau des Kreisverkehrs schaffte eher eine flüssigere Abwicklung, denn eine Erleichterung. Erst die Anbindung an die Industriezone Latsch im Jahre 2005 wurde als Wohltat empfunden; immerhin wird seither der Schwerverkehr abgelenkt. Derzeit allerdings wird wieder der helle Wahnsinn zelebriert. Der Bau einer Straßen-Unterführung auf der Höhe des westlich von Goldrain liegenden Etsch­überganges lenkt seit Wochen den größten Teil des Personen- und Gewerbeverkehrs aus Martell, Morter und Latsch Richtung ­Schlanders und umgekehrt vom Kreisverkehr über das Platzl, die Etschbrücke und durch den Lahnweg – und das vier Mal am Tag, morgens, abends, mittags hin und mittags wieder zurück. Ganz zu schweigen von den Warteschlangen, wenn die Bahnschranken geschlossen sind. Die Wehen bei der schwierigen Geburt des Radweges zwischen Holzbrugg und ­Latscher Brücke scheint Goldrain allein zu spüren bekommen. Trost und Hoffnung könnte die Aussage von Vizebürgermeister ­Christian Stricker in der Bürgerversammlung vom 22. Februar gebracht haben. Er deutete die Umwandlung der nicht ungefährlichen Vetzaner Kreuzung in einen Kreisverkehr an.
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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