Präsidentin Monika Wellenzohn mit zwei Heimbewohnern.

Das Ende einer langen Herbergsuche

Publiziert in 9 / 2010 - Erschienen am 10. März 2010
Schlanders – Die lange Herbergsuche des Bürgerheims von Schlanders scheint ein gutes Ende gefunden zu haben. Vergangene Woche fiel dafür die einstimmige Entscheidung des Verwaltungsrates. Auch Landesrat Richard Theiner und die Gemeindeverwaltung befürworteten eine Teilaussiedelung in das ehemalige Altersheim von Mals und stehen hinter dieser Entscheidung. Nach der ­offiziellen Bekanntgabe dieses Beschlusses hat „Der Vinschger“ mit der Präsidentin des Bürgerheims, Monika Wellenzohn, ein Gespräch geführt: „Der Vinschger“: Nach vielen Kostenrechnungen und Stu­dien, einer langen Hinhalte­taktik und vielen bürokratischen Hürden scheint die Herbergsuche des Bürgerheims ein gutes Ende gefunden zu haben. Sind Sie erleichtert? Monika Wellenzohn: Sicherlich ist ein großer Schritt gemacht worden und wir kennen nun den Weg, den wir gehen werden. Diese lange Ungewissheit hat sich mittlerweile auch äußerst ungünstig auf das interne Arbeiten im Betrieb, wie beispielsweise auf die strategische Zielplanung ausgewirkt. Die Ausweichmöglichkeit nach Mals erscheint mir insgesamt eine finanziell und auch sozial annehmbare Lösung zu sein. Die Kosten für die Anpassungsarbeiten sind im Rahmen. Die Adaptierungskosten werden sich auf ungefähr 300.000 Euro und die Kosten für einen zusätzlichen Nachtdienst auf ca. 270.000 Euro belaufen. Das Haus in Mals entspricht im Großen und Ganzen den Anforderungen, es müssen keine größeren baulichen Maß­nahmen getroffen werden. Die Dienste der Küche und der Wäscherei könnten vom Martinsheim, dem neuen Altersheim von Mals, mit übernommen werden. Die verkehrstechnische Anbindung mit Zug und Shuttlebus ist gegeben. Wichtig ist außerdem, dass alle unsere Arbeitsplätze sowie die Bewohnerzahl gehalten werden können. Die Aussiedlung aller 88 Heimbewohner scheint bisher das unüberwindbare Hindernis gewesen zu sein. Wie wird die Teilaussiedlung aussehen? Monika Wellenzohn: Wir werden in Mals für ca. 50 Heimbewohner Platz schaffen, die übrigen bleiben auch während der Umbauphase im Bürgerheim. Für die genaue Umsetzung werden wir Arbeitsgruppen bilden, in denen Schritte und Wege der Umsetzung aufgezeigt werden. Wir werden sowohl die Heimgäste, deren Angehörige und die Mitarbeiter zu persönlichen Gesprächen einladen, um ihre Wünsche zu erfragen und diese natürlich immer im Rahmen des Möglichen erfüllen. Wir werden außerdem Sorge tragen, dass möglichst viele Aspekte des Gewohnten weiterhin Vertrauen schaffen, dass der Tages­ablauf für Bewohner und Mitarbeiter so normal wie möglich bleibt und dass eine gute Pflege weiterhin gewährleistet ist. Eine Aussiedelung in ein fremdes Umfeld ist sicher mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Wie war die Reaktion Ihrer Mitarbeiter, der Ange­hörigen und der Heimbewohner bei den Informationsabenden vergangene Woche? Monika Wellenzohn: Eine Veränderung bzw. eine neue Situation bewirken im ersten Moment immer Ängste und manchmal auch Ablehnung. Die Stimmung bei den zwei Informationsabenden war jedoch durchwegs positiv. Natürlich waren einige begründete ­Ängste und auch Ungewissheit zu spüren, und aus diesem Grund war es an den beiden Abenden mein Bestreben, den Menschen ihre größten Sorgen und Bedenken zu nehmen und sie durch ehrliche Information auf die schwierige Zeit vorzubereiten. Es war spürbar, dass sie Ver­trauen entgegenbrachten. Sie verstanden, dass ich mich für die Sache einsetze, die letztlich wieder ihnen selbst zugute kommt, und dass die Verwaltung und die Leitung des Hauses alles tun werden, damit es ihnen gut geht. Wann kann mit den baulichen Maßnahmen begonnen werden? Monika Wellenzohn: Wir möchten zwischen Mai und September die Umbauarbeiten in Mals durchführen und bereits Ende Oktober übersiedeln. Beim Bürgerheim in Schlanders sollte die Tiefgarage bereits bis Spätherbst fertig gestellt sein, damit anschließend mit den Bauarbeiten im Haus begonnen werden kann. Mit den Ausschreibungen wird bereits nächste Woche begonnen. Wie hoch sind die Kosten für Umbau, Einrichtung, Aussiedlung und Nebenkosten? Wie viele Eigenmittel muss die Gemeinde aufbringen? Monika Wellenzohn: 12 Millionen Euro wurden vorangeschlagen, aber wir hoffen etwas darunter zu liegen.. Die Gemeinde wird bis Bauende 1,3 Millionen Euro plus einen jährlichen Darlehensbeitrag von 78.000 Euro für 20 Jahre bezahlen. Inzwischen hat das Land bereits einen Beitrag von knapp 5,9 Millionen Euro bereitgestellt. An dieser Stelle möchte ich der Landesregierung und der Gemeindeverwaltung für die Finanzierung danken, sowie mich bei all jenen Personen bedanken, die das Weiterkommen des Projektes mittragen, vor allem bei Bürgermeister Johann Wallnöfer, beim Referenten Heinrich Fliri, beim Direktor Christof Tumler und bei meinem Verwaltungsrat. Interview: Ingeborg Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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