„So schmal, so eng, aber so schön“
Publiziert in 9 / 2010 - Erschienen am 10. März 2010
Martell – Dem Tag der Frau war es zu verdanken, dass die Ausstellungseröffnung im Bürgerhaus zu einem Marteller Ereignis wurde. Von den drei Vinschger Ausstellungseröffnungen des Projektes „Kulturlandschaft Südtirol. Der Wandel seit 1950“ war die in Martell mit Abstand am besten besucht. Bürgermeister Peter Gamper begrüßte die gut 40 Anwesenden. Georg Praxmarer vom Amt für Ökologie ging auf die allgemeinen Ursachen für Veränderungen ein und Projekterstellerin Christine Wanker auf die charakteristischen Marteller Veränderungen. Über die Vergleiche von Luftbildaufnahmen wurden eine Verdoppelung der Siedlungsfläche, ein Rückgang des Ackerbaus, ein Vordringen des Waldes und das Aufkommen von Sonderkulturen wie Erdbeer-, Gemüse- und Kirschenanbau festgestellt. Wie die Veränderungen empfunden werden, erzählte Zeitzeugin Antonia Perkmann Stricker, Jahrgang 1924. Ihre Schilderungen einer Zugreise von Graz nach Hölderle in Martell und der Autofahrt mit einem betrunkenen Chauffeur zum Hotel „Paradies“ beeindruckten die vorwiegend weibliche Zuhörerschaft. „Nach der Rückkehr aus der Stadt empfand ich Martell so schmal, so eng, aber so schön“, erzählte die Zeitzeugin. Die Koordination zwischen Christine Wanker vom Institut für Geografie der Universität Innsbruck und der Gemeinde Martell lag in den Händen von Ulrich Walder.
Die Ausstellung im Bürgerhaus bleibt zugänglich bis zum 26. März, täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, am Samstag und Sonntag von 9.00 bis 12.00 Uhr.
Günther Schöpf