Neues Bauland soll Bevölkerungsentwicklung fördern
Publiziert in 44 / 2011 - Erschienen am 7. Dezember 2011
Kastelbell-Tschars - Mit der Bereitstellung von neuem Bauland für den Wohnungsbau und durch eine familienfreundliche Tarifgestaltung (die Kindergartentarife zählen zu den niedrigsten in Südtirol) möchte die Gemeinde Kastelbell-Tschars Anreize für den Verbleib der Familien schaffen oder auch auswärtige Familien zum Ansiedeln bewegen.
Bei seiner jüngsten Sitzung sprach sich der Gemeinderat für die Ausweisung einer neuen Erweiterungszone aus. Das rund 4.000 m² große Areal mit einer Baumassendichte von 2m³/m² befindet sich in einer ruhigen Wohnlage östlich der bereits seit Ende der 70er Jahre bestehenden Wohnbauerweiterungszone „Kastelbell II“. Bürgermeister Gustav Tappeiner sagte dazu: „Es ist wichtig nach vorne zu denken. Wir wissen, dass der Bevölkerungszuwachs in den letzten zehn Jahren stagnierte und dahin gehend nahezu keine Entwicklung stattgefunden hat“. Deshalb sei es notwendig, der Nachfrage entsprechend genügend Bauland auszuweisen, damit jeder interessierte Bürger der Gemeinde Kastelbell-Tschars nach Möglichkeit vor Ort eine Wohnung bauen könne. Es sei notwendig, die Bereitstellung von Bauland rechtzeitig anzugehen, weil ja die weiteren Prozeduren bis zur Grundzuweisung doch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei den vom Bürgermeister und dessen Stellvertreterin Rita Kaserer geführten Gesprächen mit der Grundbesitzerin sei eine einvernehmliche Übereinkunft erzielt worden. Die Ausweisung dieser Zone werde die Verwirklichung der ausgewiesenen Wohnbauzonen im Ortsteil Tschars aber auf keinen Fall beeinflussen, die erforderlichen Verfahren zur Verbauung werden mit Nachdruck weitergeführt, betonte Bürgermeister Tappeiner. Die betreffende Bauleitplanänderung wurde vom Gemeinderat mit 13 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung befürwortet.
Moderner Baustil für die Zone „Runtschtacker“
in Tschars
Für die Erweiterungszone „C2 Runtschtacker“ am südlichen Dorfrand von Tschars war bereits bei der Ratssitzung im September der Durchführungsplan genehmigt worden. Auf dem 4.231 m² großen Areal (Baumassendichte 1,75 m³/m²) können vier Doppelhäusern mit acht Wohneinheiten im geförderten- und voraussichtlich drei Wohnblöcke im freien Teil errichtet werden. Bei der Erstellung des Durchführungsplanes wurde versucht, die neue Erweiterungszone mit möglichst geringen Geländeverschiebungen in das Gelände einzubetten. Der Gestaltungsvorschlag sieht eine moderne Bauweise mit leicht nach vorne geneigten Pultdächern vor. Die Baulose werden von Norden nach Süden um jeweils 1,50 m abgestuft. Dadurch ergeben sich verschiedene Terrassierungen, was natürlich die Wohnqualität positiv beeinflusst. Trotz der einhelligen Zustimmung zur Zone bzw. zum Durchführungsplan gab es vereinzelt auch leise Zweifel, ob der moderne Baustil zum Gesamtbild des Dorfes passt.
Noch keinen Fortschritt gibt es hingegen bei der Verwirklichung der 2006 ausgewiesenen Wohnbauerweiterungszone im Dorfzentrum von Tschars. Trotz mehrmaligen Aussprachen, Verhandlungen und entsprechenden Kompromissangeboten seitens der Gemeindeverwaltung haben die Anrainer bei der Gemeinde und dem Land einen weiteren Rekurs gegen die Abänderung des Bauleitplanes (Festlegung des Straßentyps) und Abänderung des Durchführungsplanes eingereicht. Dem Vernehmen nach will die Gemeindeverwaltung nun den formellen Verwaltungsweg beschreiten und sich gegebenenfalls auf ein Streitverfahren einlassen.
Oskar Telfser