Mit diesen zwei Transparenten fordern die Tartscher eine Lösung des Verkehrsproblems.

Hilferuf aus Tartsch

Publiziert in 45 / 2011 - Erschienen am 15. Dezember 2011
Tartsch - Seit Jahren warten die Tartscher auf eine Lösung des Verkehrsproblems. „Geschehen ist bisher im Grunde nichts. Wir versteifen uns nicht auf irgendeine bestimmte Variante, sondern wollen, dass überhaupt etwas geschieht“, stimmten die SVP-Ortsobfrau Maria Punter und ihr Stellvertreter Lorenz ­Egger in einem Gespräch mit dem „Vinschger“ überein. „Wir brauchen eine Umfahrung!“ heißt die klare und eindringliche Botschaft, die seit kurzem an den beiden Einfahrten des verkehrsgeplagten Dorfes auf großen Transparenten zu lesen ist. Die Forderung richtet sich speziell an die zuständigen Landespolitiker. „Florian Mussner war 2004 zum ersten Mal hier in Tartsch. Jetzt schreiben wir 2011 und ge­schehen ist bisher nichts“, macht Lorenz Egger seinem Ärger Luft. „Vor allem von Landesrat ­Mussner sind wir enttäuscht,“ legt Maria Punter nach. Auf den Trans­parenten, angebracht von der SVP-Ortsgruppe Tartsch, werde ganz bewusst nicht eine bestimmte Lösung gefordert: „Es geht uns nicht darum, wie genau die Lösung aussieht, sondern darum, dass überhaupt eine Lösung kommt.“ Mit einer Nordum­fahrung, wie sie seit dem Herbst 2009 im Bauleitplan eingetragen ist, „wären sicher viele ­Tartscherinnen und Tartscher einverstanden, doch wir haben auch Verständnis für jene, die mit dieser Variante Bauchweh haben“, so Punter und Egger. Andererseits appellieren sie auch an das Solidaritätsgefühl: „Es muss der gesamten Bevölkerung ein Anliegen sein, das Dorf aus dem Würgegriff des Verkehrs zu befreien und es lebenswerter zu machen.“ Die SVP-Ortsgruppe drängt auf Einigkeit im Bezirk Vinschgau: „Es gibt ein Verkehrskonzept, bei dem sich die große Mehrheit der Befragten für kleine Umfahrungen ausgesprochen hat. Wir erwarten uns von der Bezirksgemeinschaft endlich eine eindeutige Marschrichtung - wie immer diese auch konkret ausschauen wird -, und fordern, dass die Landespolitik diesen Wunsch dann auch umsetzt.“ Man muss sich mittlerweile leider fragen, ob der Stellenwert der Straße bzw. des Verkehrs höher eingestuft wird als die Lebensqualität der Menschen eines ganzen Dorfes. Selbst provisorische Maßnahmen zur Einschränkung des Problems seien bisher ausgeblieben: „Es gibt zwar die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, doch daran hält sich kaum jemand.“ Besonders arg seien die Bremsmanöver der LKWs im Bereich der zwei S-Kurven. In Tartsch kam es in der Vergangenheit schon oft zu Verkehrsun­fällen mit Toten und Verletzten. Maria Punter: „Um das Überqueren der Straße für unsere Schulkinder sicherer zu gestalten, haben sich 13 Tartscher Bürger bereit erklärt, abwechselnd als Schülerlotsen im Einsatz zu ­stehen.“ Egal ob Nordumfahrung oder großflächige Lösung: Die ­Tartscher wollen, dass endlich etwas geschieht. „Die Transparente bleiben solange hängen, bis wir eine Lösung haben,“ verspricht Maria Punter. „Ultimatum“ für Schluderns Wenn es nicht gelingt, innerhalb des Jahresendes 2011 ein einvernehmliches Gesamtkonzept für die Verkehrsprobleme im Obervinschgau auf die Beine zu stellen, wird die Bezirksgemeinschaft Vinschgau alles daran setzen, dass im Anschluss an die Errichtung der Umfahrung Kastelbell/Galsaun das Dorf Tartsch eine Umfahrung bekommt. Dies bestätigte Bezirkspräsident ­Andreas Tappeiner dem „Vinschger“. Mit Gesamtkonzept ist eine großräumige Umfahrung gemeint. Eine solche fordert in erster Linie der Schludernser Bürgermeister Erwin Wegmann. Ein politischer Konsens für eine große Umfahrung ist derzeit laut Tappeiner im Obervinschgau kaum auszumachen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Schluderns seine Forderung wohl oder übel wird zurück­nehmen und einen Kompromiss anstreben müssen. Sollte sich der Bezirk im neuen Jahr tatsächlich auf eine Umfahrung von Tartsch einschwören, heißt das noch lange nicht, dass dieses Bauvorhaben auch rasch umgesetzt wird. „In den nächsten 5 Jahren geschieht sicher nichts, denn zunächst kommt die Umfahrung Kastelbell/Galsaun“, so Tappeiner.
Josef Laner
Josef Laner

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