Sommerakademie im Laaser August
Publiziert in 12 / 2008 - Erschienen am 2. April 2008
Bozen/Laas - Selbst wenn die vergangenen Jahre manches Mal einen kühlen August bescherten, sprechen die diesjährigen Anzeichen deutlich gegen eine kulturelle Eiszeit in Laas: Nach der Verleihung des Franz-Tumler-Literaturpreises 2007 soll die Internationale Sommerakademie „Balance“ vom 17. bis 24. August 2008 dafür sorgen, dass frische Farbtupfer und ungewohnte Klänge das sommerliche Dorf beleben.
Die Internationale Sommerakademie sieht sich als Forum für internationale Jugendbewegungen, strebt Kompetenzerweiterung an und sieht in der Vernetzung „mit Menschen aus anderen Ländern, nationalen, historischen und sozialen Kontexten“ auch die Möglichkeit, „lebenslanges Lernen und den Erwerb von Sach-, Sozial- und Individualkompentenzen“ zu fördern.
Bei der Pressekonferenz im Bozner Palais Widmann am 27. März stellten Landesrat Otto Saurer, der Direktor der Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ Laas, Franz Waldner, sowie der künstlerische Leiter der Sommerakademie, Klaus-Ove Kahrmann, das Projekt, das von der Dienststelle des Europäischen Sozialfonds der Provinz mit 80.000 Euro finanziert wird, vor. Landesrat Otto Sauerer sieht in der Sommerakademie, „wie ganzheitliches Lernen ermöglicht wird“, und „im Ambiente des Marmors“ könne eben eine besondere Inspiration erfahren werden. Den Wunsch, Menschen mit Sinn für Kunst und Kultur verstärkt auf Laas aufmerksam zu machen, sprach auch Franz Waldner aus: „Wer Laas nicht kennt, dem lege ich nahe, zu uns zu kommen.“ Waldner denkt schon länger darüber nach, aus dem Marmorstollen einen besucherzugänglichen Schaustollen zu machen, auch die früher stattfindenden Bildhauer-Symposien sollen wieder aufgenommen werden. Bürgermeister Andreas Tappeiner spricht davon, dass Laas immer wieder gezeigt habe, wie es über „die Ewigkeit hinaus Akzente“ gesetzt habe.
So kristallin und klar wie der Laaser Stein selbst scheinen die Absichten zu sein, dem Marmordorf eine - noch lange nicht ausgeschöpfte – weitere Plattform zu bieten. Die sechs kreativen Werkstätten bieten die Fachrichtungen Malerei (Saskia Saurer/Christian Stecher), Videofilm (Fabio Magnifico/Marc Tönsing), Steinbildhauerei (Bernhard Grassl), Land Art (Klaus-Ove Kahrmann/Wieslav Karolak), Musik (Rolf Sudmann) und Glas (Alessandro Cuccato). Wer einen Platz bekommt, zahlt 100 Euro Gebühren, ein Preis, der inklusive Verpflegung und Unterbringung durchaus auch weniger finanzstarken Studierenden eine Teilnahme ermöglichen könnte. Alterslimits gibt es keine: Studenten, Schüler, Lehrpersonen, aber auch nicht an einer Universität Eingeschrieben, die sich als kulturelle Multiplikatoren verstehen, können sich bewerben. Auch an Kindergruppen habe man schon gedacht, so Kahrmann. Der in Bielefeld und Brixen lehrende Kahrmann sieht in diesem Angebot auch eine Möglichkeit, Anreize zu geben, die vor allem (neben den Teilnehmern aus Polen, der Tschechei, Deutschland und Österreich) viele Südtiroler besonders ansprechen können.
Die Laaser machen sich auf, ihrem wertvollsten Gut gerechter zu werden, oder, wie es Bürgermeister Tappeiner formulierte, es sei für Laas immer eine Ehre, wenn es mit Marmor verbunden ist.
Bis zum 31. Mai kann man sich unter lbs.schlanders@schule.suedtirol.it anmelden (Betreff: Sommerakademie; Landesberufsschule Schlanders, Tel: 0473 737911).
Katharina Hohenstein