Sulden – Wer sich nach einem weiten Horizont sehnt, aber nur Berge vor den Augen hat, dem bleibt nur ein Ausweg: Hinauf auf die Gipfel. Für die Brüder Reinhold und Günther Messner war der erste „Gipfel“ die Friedhofsmauer von St. Peter in Villnöß. Reinhold war 13 Jahre alt und Günther 11, als sie 1957 die Friedhofsmauer erklommen. Mit solchen Szenen aus der Kindheit der Messner-Brüder beginnt der Spielfilm, an dem der bayerische Filmemacher und Regisseur Joseph Vilsmaier derzeit in enger Zusammenarbeit mit Reinhold Messner arbeitet. Der Film bringt die dramatische Expedition der Messner-Brüder auf den Nanga Parbat (8125 Meter) ins Kino. Bei dieser Expedition, die 1970 erfolgte, verlor Günther Messner das Leben. Die ersten Dreharbeiten für das Berg-Drama haben im Vorjahr am Nanga Parbat in Pakistan stattgefunden. In der vergangenen Woche wurde in Sulden am Ortler gedreht. Weiter geht es ab Ende April mit Dreharbeiten in Villnöß und in den Dolomiten und später am Großvenediger und in Filmstudios in München.
Joseph Vilsmaier, der unter anderem mit den Filmen „Herbstmilch“, „Comedian Harmonists“, „Schlafes Bruder“ und „Stalingrad“ bekannt geworden ist, möchte mit seinem neuen Filmprojekt eine „authentische Südtiroler Geschichte“ auf die Leinwand bringen: „Es geht um die Geschichte und Beziehung zweier Brüder, um den Traum und die Sehnsucht junger Burschen, aus der Enge ihrer Heimat auszubrechen und um eine Expedition, die tragisch endet. Unser Hauptdarsteller ist aber der Berg.“ Das Drehbuch fußt laut Vilsmaier auf genau recherchierten Daten und Fakten. Das am Nanga Parbat gedrehte Filmmaterial werde eins zu eins den am Ortler entstandenen Szenen zugeordnet.
Die über Jahre hinweg gegen Reinhold Messner erhobenen Schuldzuweisungen, wonach er seinen Bruder Günther am Nanga Parbat im Stich gelassen habe, sind laut Reinhold Messner nicht das Thema des Films: „Seit dem Fund der Leiche von Günther im Jahr 2005 ist diese Geschichte aufgeklärt. Ich weiß, wofür ich verantwortlich bin und ich trage meine Verantwortung.