„Nightliner“: Warum nur bis Mals?
Publiziert in 10 / 2010 - Erschienen am 17. März 2010
Ausgeklammert wie Stiefkinder fühlen sich seit einiger Zeit die Betreiber von Diskotheken, Pubs und anderen Gastbetrieben in der Gemeinde Graun. Der Grund: Der unlängst in Meran vorgestellte, erneuerte und mit öffentlichen Geldmitteln mitfinanzierte „Nightliner“-Dienst reicht nur bis nach Mals. „Gehört das Gebiet von Mals aufwärts nicht auch zum Land?“, ärgert sich Benno Licata von der Disco „Enzo“ in St. Valentin. Er hat Recht, denn neben der Disco „Enzo“ sind auch der „Bergstadl“ in Reschen und weitere Lokale, in denen sich Jugendliche an Wochenenden gerne aufhalten, vom Angebot ausgeschlossen.
„Es ist außerdem ungerecht, dass ich den Zubringerdienst für meine Disco selbst finanzieren muss, während dieser Dienst anderswo mit Steuergeld mitfinanziert wird,“ so Licata. Um vor allem den jugendlichen Disco-Besuchern eine sichere Hin- und Rückfahrt zu gewährleisten, bietet er schon seit 10 Jahren in Zusammenarbeit mit Taxi PRENNER einen Shuttle-Dienst an. Seit dem Herbst 2009 verkehrt in seinem Auftrag zusätzlich ein größerer Bus.
Benno Licata hat wohl nicht ganz Unrecht, wenn er Landesrat Thomas Widmann hier eine Ungleichbehandlung vorwirft. Abgesehen vom Oberland gibt es noch weitere periphere Gebiete, die ausgeklammert sind, so etwa Sulden mit der Disco „Après Club“.
Trotz aller Bemühungen, die Licata zusammen mit Manuel Massl von der JG Vinschgau, mit Vertretern der Gemeinden Graun und Mals sowie mit dem HGV für eine Ausdehnung des „Nightliner“-Dienstes unternommen hat, ist bisher nichts geschehen. Seine Enttäuschung darüber bringt auch Bartl Thaler, der Vorsitzende der Fachgruppe der Diskothekenbetreiber im HGV, in einem Schreiben an Widmann zum Ausdruck.
Widmann hat zwar einen landesweiten „Nightliner“-Dienst angekündigt, doch wann genau dieser kommen wird, weiß wohl er selbst noch nicht.
Zu hoffen bleibt, dass der private „Enzo“-Zubringerdienst nicht eingestellt wird, denn wenn das passiert, würden wohl hunderte Eltern junger Disco-Besucher auf die Barrikaden steigen.
Sepp Laner (redaktion@dervinschger.it)
Josef Laner