Internationaler Austausch mit regionalem Anspruch
Publiziert in 31 / 2010 - Erschienen am 8. September 2010
Mals – Der Ort, um über „Regionale Ernährung“ zu diskutieren, hätte nicht treffender gewählt werden können. Im Biohotel Panorama in Mals fand vergangene Woche auf Einladung der Südtiroler Bäuerinnenorganisation das 3. Fünfländertreffen der Bäuerinnen und Landfrauen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Lichtenstein und Südtirol statt. Die am Ende des Treffens vorgestellte Resolution soll demnächst den Europavertretern des jeweiligen Landes sowie der COPA, dem europäischen Bauernverband überreicht werden und als Arbeitspapier in den einzelnen Ländern dienen.
Das Tagungsthema „Regionale Ernährung“ verlangte zum Einstieg eine Definition des Begriffs „Regionalität“, „denn nicht alle meinen damit das gleiche“, sagte Landesbäuerin Maria Kuenzer. Regionale Produkte sollen nicht nur Spezialitäten einer Region, sondern alle Grundnahrungsmittel sein, die saisonal zur Verfügung stehen, deren Anbau ökologisch vertretbar ist, die kurze Transportwege benötigen, Arbeitsplätze erhalten, Vertrauen vermitteln und Identität schaffen und die schließlich der Bauernfamilie ein angemessenes Einkommen schaffen.
Es brauche mehr Respekt gegenüber den Lebensmitteln und deren Erzeugern, aber auch eine Ressourcen schonende Lebensweise, forderte Brigitte Scherb, die Präsidentin der LandFrauen Deutschlands. Dies könne bereits im Schulalter erlernt werden, weshalb das Fach „Hauswirtschaft“ oder „Ernährungsbildung“ in den Pflichtschulen eingeführt werden sollte.
Kathi Zechner, die steirische Landesbäuerin und Vertreterin im COPA-Landfrauenausschuss, stellte die erarbeiteten Forderungen vor, die u.a. die verpflichtende Verwendung von regionalen Lebensmitteln in öffentlichen Betrieben, wie Mensen, Kindergärten, Krankenhäusern, eine gerechte Entlohnung und den achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen beinhalten.
Die definierten Ziele der Bäuerinnen sind klar: die Einführung eines Tages der Regionalität, die Qualifizierung der Bäuerinnen als Produzentinnen und Unternehmerinnen sowie die Erreichung der Frauenquote von 40 Prozent in allen gesellschaftlichen Gremien, damit Regionalität auch wirklich umgesetzt wird.
Ingeborg Rainalter Rechenmacher