Probenausschnitt zum Stück „Eingeklemmt - Eine Generation zwischen den Fronten“

„Eingeklemmt – Eine Generation ­zwischen den Fronten“

Publiziert in 31 / 2010 - Erschienen am 8. September 2010
Naturns - Einen schonungs­losen Blick auf unsere ­Gegenwart wirft die junge Südtiroler Dramatikerin Selma Mahlknecht in ihrem neuen Stück „Eingeklemmt“, eine Koproduktion der ­Gruppe ­„kWerTheater“ und der Volksbühne Naturns, das am 9. September im Pfarrsaal in Naturns uraufgeführt wird. „Der Vinschger“ hat mit Selma Mahlknecht ein Gespräch über ihr neues „Volksstück“ geführt: „Der Vinschger“: In Naturns laufen die Probenarbeiten auf Hochtouren, denn Ihr neues Stück „Eingeklemmt“ hat am 9. September Premiere. Es scheint einen brisanten Inhalt zu ­haben? Selma Mahlknecht: „Einge­klemmt“ ist ein Stück, das ohne Verniedlichung Probleme unserer Zeit aufzeigt. Es ist uns wichtig, Konflikte zur Sprache zu bringen, die tatsächlich für viele ein alltägliches Thema sind. Auch so etwas braucht Platz auf unseren Volks­bühnen. Das beweist auch die Tatsache, dass sich alle Mitwirkenden mit so viel Begeisterung und Einsatz hinter dieses Stück gestellt haben. Werden junge Menschen aufgerieben zwischen den feinen Rädern der Zeit? Selma Mahlknecht: Ja, sie werden aufgerieben zwischen Erwartungen und Ansprüchen, zwischen Hoffnungen und Enttäuschungen. Sie sind einge­klemmt zwischen allen ­Fronten: sie sind keine Teen­ager mehr, aber auch in der Welt der Erwachsenen sind sie noch nicht angekommen. Das treibt manche immer tiefer in eine Sackgasse aus Frustration und Resignation, aus der sie nur noch schwer herausfinden. Dem Internet schenken Sie sehr viel Raum im Stück. Drohen die neuen Medien eine Gegenwelt zur Realität zu werden? Selma Mahlknecht: Um Konflikten zu entgehen, ziehen sich junge Menschen oft in eine Art „Kokon“ zurück und schaffen sich eine Gegenwelt durch das Internet. Dort können sie sich als das präsentieren, was sie gerne sein möchten. Die ­Realität schaut aber leider oft anders aus. Den jungen Darstellern gelingt es sicher, sehr authentisch in die Rollen Gleichaltriger zu schlüpfen? Wie setzen sie sich mit der Brisanz des Inhalts auseinander? Selma Mahlknecht: Die Schauspieler, ob jung oder alt, leisten hier hervorragende Arbeit. Es gelingt ihnen, sehr sensibel und glaubwürdig die verschiedenen Charaktere zu verkörpern und die Konflikte, die zwischen den Figuren entstehen, auf den Punkt zu bringen. Das Interessante daran ist, dass die Schauspieler ja gerade dadurch, dass sie sich mit diesen Themen auseinander­setzen, selbst sehr wohl zeigen, dass es Wege aus der Sackgasse gibt. Sie sind ihren Figuren also doch um einiges voraus. Interview: Ingeborg Rechenmacher Weitere Termine: 11., 12., 15., 17. und 18. September 2010, jeweils um 20.30 im Pfarrsaal von Naturns. Karten gibt es im Schuhgeschäft Unterholzer unter 0473 667 307 oder eine Stunde vor Beginn der Auf­führung an der Abendkasse.
Vinschger Sonderausgabe

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