Irmgard Coratti, Andreas Dorfmann, Edwin Coratti, Gert Ausserdorfer, Emilio und Karin Coratti haben eben von Direktor Gustav Tschenett erfahren, dass Edwins letzte Runde an der Sporoberschule vom Förderverein übernommen wird.

Die „Toulr“ feierten wie(der) ein(en) Weltmeister

Publiziert in 31 / 2010 - Erschienen am 8. September 2010
Pedroß/Langtaufers – „Wir haben kaum Arbeit mit ihm khet“, sprach ein stolzer ­Markus Eller im schönsten Toulr-Deitsch. Der Präsident des SC Weißkugel meinte den zweifachen Medaillengewinner in Neuseeland, Weltmeister im Parallel-Riesentorlauf und Vizeweltmeister im Parallel-­Slalom, Edwin Coratti, geboren im Sternzeichen Zwilling und aufgewachsen im Bergweiler Pleif. Er habe zuerst den Tata angerufen, um seinen Sieg mitzuteilen, meinte der „coole“­ Snowboarder, und dann die Maria um 5 Uhr morgens aus dem Bett geholt. Maria ­Gufler, Verantwortliche für Snowboard in Südtirol, schlief in Pfelders und hatte Einiges auf sich genommen, dass die Süd­tiroler in Wanaka am Fuße des 3. 033 Meter hohen „neuseeländischen Matterhorns“ Mount Aispiring an den Start gehen konnten. Die Spitze des nationalen und provinzialen Wintersportverbandes mit Richard Weissensteiner und Hermann Ambach, der VSS mit Sepp Platter und die Sporthilfe mit Stefan Leitner dankten und gratulierten auch ihr dafür. Um einen Snowboard-Weltmeister am 31. August zu empfangen, hatte sich sogar das Wetter in den Festbetrieb eingeklinkt. Es hatte am letzten Augusttag geschneit in Langtaufers und die Fackelträger des Sportclubs, die die Kutsche mit Champion und Gemeinde­vertreter empfingen, hatten Hals und freie Hand tief in den Windjacken vergraben. Der Einzug durch ein Snowbord-Spalier, der Empfang durch Profi-Sprecher Alex Tabarelli,­ der Aufmarsch von Papa ­Emilio, Mama Irmgard, der Schwestern Karin und Jasmin und der „athletischen“ Oma ­Ottilie, die Foto-Posen mit Ausschuss, die Glückwünsche, das prächtige Buffet, die Anwesenheit der Sponsoren, Gönner, Freunde und vieler einfacher „Toulr“ dazu die Melodien der „Rescher Musi“ unter Franz Dilitz waren eine gekonnte Inszenierung. Moderator Tabarelli griff schlagfertig durch, wenn es die Situation erforderte; er brachte es fertig, dass sieben Grußworte knapp und schnell über die Bühne gingen. Bürgermeister Heinrich Noggler freute sich für seine kleine Gemeinde und überraschte seinen ehemaligen Schüler mit einer Snowboard-Ausrüstung. Der Direktor der Sportoberschule Mals, Gustav Tschenett, enthüllte, dass Edwin Coratti dem Zufall und der Fürsprache seines Trainers Gert Außerdorfer Schulkarriere und schließlich zwei Medaillen zu verdanken habe. Während ­Edwin von seinen Mannschaftskolleginnen und –kollegen ein „Stuck Speck“ als Sportergänzungsnahrung geschenkt bekam, musste als einziger an dem Abend Erfolgstrainer Gert Außerdorfer Federn lassen. Seine Wette: „Ich lass mir eine Glatze rasieren, wenn jemand Weltmeister wird“, hatte un­übersehbare Folgen.
Günther Schöpf
Günther Schöpf

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