Der erste Sonntag nach Ostern, der Weißsonntag, hat eine lange Tradition als Erstkommuniontag für viele Kinder. Auf Grund der Privatoffenbarung der Schwester Faustine soll an diesem Sonntag weltweit der Barmherzigkeit Gottes gedacht werden. Wohl noch nie war die Menschheit auf diese so angewiesen wie heute, denn viele Gräuel schreien geradezu nach Vergeltung. Laut einer Erzählung haben am sechsten Schöpfungstag Gott seine drei liebsten Töchter, die Weisheit, die Gerechtigkeit und die barmherzige Liebe, beraten. Die Weisheit und die Gerechtigkeit baten ihren Schöpfer inständig, den Menschen nicht zu schaffen, weil sie voraussahen, was er alles anstellen würde. Die barmherzige Liebe aber sprach: "Was meine beiden Schwestern vorbrachten, trifft zu, aber erschaffe den Menschen trotzdem, schenke ihm als einzige Kreatur Freiheit und Liebe. Zwar ist Freiheit missbrauchbar und Liebe verletzlich, aber sie machen die Würde des Menschen und deines Schöpfungswerkes aus. Ich will zu den Menschen hinabsteigen und will sie Liebe und Freiheit lehren, dann wird deine Schöpfung vollendet sein. Denn die Krone deiner Schöpfung wird Liebe sein. Ich gehe zu den Menschen, und wenn es mich das Leben kostet." Da nahm Gott seine dritte Tochter in die Arme und küsste sie – und er erschuf danach den Menschen.
Von allen Eigenschaften, die wir Gott zusprechen, ist die Barmherzigkeit die liebenswerteste, und von ihr dürfen sich alle Menschen das ewige Heil erwarten, wenn sie bereuen und sich in ihre Arme flüchten, wie sich ein schuldbewusstes Kind in die Arme eines gütigen Vaters wirft. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn berechtigt zu dieser Hoffnung.