Tourismus: Neustart kann beginnen
Publiziert in 36 / 2011 - Erschienen am 12. Oktober 2011
Vinschgau – Nach intensiven Vorarbeiten, Aussprachen, Abstimmungen in den 7 Tourismusvereinen und Treffen der Arbeitsgruppe wird „Der Vinschger Weg“ jetzt endgültig und konkret eingeschlagen. Die letzten wesentlichen Weichen wurden am 6. Oktober bei einem „Entscheidungsworkshop“ gestellt.
„Die Umsetzung des neuen Tourismuskonzeptes kann jetzt anlaufen“, so Ulrich Veith, Bürgermeister von Mals und Leiter der Arbeitsgruppe „Der Vinschger Weg“. Neben Veith saßen unter der Moderation von Gernot Memmer vom Beratungsunternehmen „Kohl & Partner“ auch Irmgard Prader, Stephan Gander, Karl Gapp, Karl Pfitscher, Matthias Tschenett und Thomas Aichner mit am Entscheidungstisch.
Kompetenzzentrum
in Glurns
Zu den Herzstücken des Konzeptes gehört ein neues Kompetenzzentrum, das in Glurns entsteht. Auch dieser neue Bürostandort - zurzeit befindet sich der Sitz des Tourismusverbandes noch in Schlanders - soll ein Signal für den Neustart sein. Zu den Aufgaben des Kompetenzzentrums gehören eine stärkere Bündelung der Kräfte, mehr Kompetenz und Professionalität, mehr Netzwerkarbeit, mehr Kommunikation mit den Tourismusvereinen, mehr gemeinsame, regionale Produktentwicklung, mehr Auslastung und Wertschöpfung, Stärkung der einzelnen Saisonen und nicht zuletzt mehr Tourismusgesinnung im Tal.
Als wichtige Themen wurden definiert: Bewegung und Naturerlebnis sowie Kultur und Genuss, und zwar immer für die ganze Familie. Zu den Leistungen, die vom Kompetenzzentrum erwartet werden, gehören: strategischer Themenaufbau, zentrale Marketingplanung, Vorgabe der Marschroute, neuer, einheitlicher Markenauftritt, gemeinsame Werbemittel, zentrale Pressebetreuung, zentrale Homepage, Organisation größerer Veranstaltungen mit Strahlkraft für das ganze Tal, Zusammenarbeit und Kontakte mit der SMG, dem Meraner Land, Nachbarländern, dem Nationalpark und anderen Partnern.
Die Tourismusvereine vor Ort sollen sich im Wesentlichen um ortsspezifische Anliegen kümmern, um die Umsetzung von Angeboten vor Ort, um die Gästebetreuung und die Durchführung lokaler Veranstaltungen.
Geschäftsführer/in gesucht
Auch die Anforderungen an die neue Geschäftsführung wurden klar definiert. Der/die neue Geschäftsführer/in soll die Kerngeschäftsfelder weiterentwickeln, das Tal gut vermarkten, die Tourismusbetreibenden motivieren, die Arbeit des Kompetenzzentrums und der Tourismusvereine koordinieren und der wichtigste Ansprechpartner für den Tourismus im Vinschgau werden.
Das höchste Organ der neuen Tourismusstruktur ist die Gesellschafterversammlung, die sich vorerst aus Vertretern der 7 Tourismusvereine zusammensetzt. Neben einem 5-köpfigen Verwaltungsrat soll ein 5-köpfiger Beirat mit je einem Vertreter der Bezirksgemeinschaft, des HGV, des hds und des Bauernbundes sowie einem Wirtschaftsprüfer eingesetzt werden.Es ist vorgesehen, dass die neue Geschäftsführung im Jänner 2012 die Arbeit aufnimmt.
Wie mehrfach berichtet, wird das bisherige Budget des Tourismusverbandes künftig merklich höher ausfallen. Zum einen, weil das Land für 3 Jahre einen zusätzlichen Beitrag in Höhe von je 250.000 Euro zugesagt hat, also insgesamt 750.0000 Euro, und zum anderen, weil man sich auf eine teils merkliche Anhebung der Mitgliedsbeiträge bzw. auch der Beiträge der Gemeinden für die Tourismusvereine hat einigen können.
In besonderem Maß unterstützt hat den „Vinschger Weg“ Landesrat Hans Berger. „Ohne seine Unterstützung wären wir heute nicht an diesem Punkt,“ so Ulrich Veith.
Was sich noch abzeichnet, ist, dass im neuen Führungsgremium viele neue Leute sitzen werden. Ulrich Veith freut sich, „dass wir einige junge, sehr engagierte und weitsichtige Hoteliers im Vinschgau haben.“
Der scheidende Präsident des Tourismusverbandes Vinschgau und HGV-Gebietsobmann Karl Pfitscher sieht mit Zuversicht in die Zukunft. Die Voraussetzungen für einen guten Neustart seien gegeben. Pfitscher wird in absehbarer Zeit eine Gesellschafterversammlung einberufen, bei welcher der Tourismusverband aufgelöst und das neue Führungsgremium bestellt werden sollen.
Josef Laner