Schlanders – Eines vorweg: Das Vinzenzheim in Schlanders trägt zusätzlich den Namen „Dr.- Vögele-Haus“, das eine Wertschätzung des Arztes Dr. Heinrich Vögele sein soll. Er war der Gründer des Waisenhauses in Schlanders, in dem sich nach seinem Tod 1866 die Barmherzigen Schwestern von Bozen/Gries der armen Kinder und Mädchen angenommen haben.
Heute ist das Vinzenzheim ein Schülerheim, dessen Erziehungsgrundsätze sich zwar an christlichen Werten, besonders an der Spiritualität des heiligen Vinzenz von Paul orientieren, dennoch haben sich die pädagogischen Leitlinien immer wieder dem historischen Wandel angepasst. Das Heimkonzept basiert auf dem allgemeinen Grundgedanken, die Kinder und Jugendlichen auf ganzheitliche Weise zu fördern, d.h. der Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit mit den Kindern liegt sowohl in der Leistungsförderung als auch im Freizeitangebot.
Im Laufe der Zeit hat das Vinzenzheim stets auf die jeweiligen Bedürfnisse nach pädagogischen Strukturen für Kinder und Jugendliche reagiert und dabei viele Veränderungen durchgemacht. Es ist ein Haus, das mit der Zeit geht und ein Lebensraum, in dem Toleranz, Fairness und Verantwortung in einem konstruktiven Miteinander zum Ausdruck kommen.
„Der Vinschger“ hat mit der Heimleiterin und pädagogischen Leiterin, Sr. Maria Agnes Trafoier und den beiden Erzieherinnen Monika Spechtenhauser und Jessica Waldner ein Gespräch über das pädagogische Konzept und dessen konkrete Umsetzung geführt:
„Der Vinschger“: Wie viele Schüler sind derzeit im Vinzenzheim untergebracht und woher kommen sie? Wie wichtig ist die Nachmittagsbetreuung?
Sr. Agnes Trafoier: Im Schuljahr 2011/12 sind insgesamt 84 Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren bei uns untergebracht. Davon sind 23 interne Schüler, 57 externe Schüler und 4 Oberschüler. Alle stammen vorwiegend aus dem Vinschgau.
Jessica Waldner: Die Nachmittagsbetreuung ist für Familien dann wichtig, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Die Großfamilie fehlt und die schulischen Herausforderungen werden immer größer. Außerdem haben viele Kinder mit Lernschwächen zu kämpfen, sodass eine kontinuierliche Hilfestellung notwendig ist.