Eyrs/Prad – Im Kulturhaus in Tschengls fiel am 19. April eine historische Entscheidung. Knapp 85% der Mitglieder der Genossenschaft OVEG sprachen sich auf einer Mitgliederversammlung dafür aus, den Weg der Eigenständigkeit einzuschlagen. Konkret heißt das, dass der Kooperationsvertrag mit der ALPE in Laas 2013 aufgelöst wird und dass die OVEG in der Handwerkerzone in Prad, wo sie bereits vor wenigen Jahren ein Außenlager gebaut hat, eine neue Genossenschaft mit Sortier- und Verpackungsanlagen errichtet.
von Sepp Laner
Über eine mögliche Fusion der OVEG (Obervinschgauer Produktionsgenossenschaft landwirtschaftlicher Erzeugnisse) und der ALPE (Alpine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft mit Eigenverwertung) war über viele Jahre hin- und herdiskutiert worden. Landesrat Hans Berger hatte sich stets für eine Fusion stark gemacht, auch im Jahr 2008, als es darum ging, den Standort des Außenlagers der OVEG festzulegen.
„Der Wunsch der OVEG wäre es gewesen, mit der ALPE zu fusionieren, aber diese Fusion kam nicht zustande. Nun haben die Mitglieder mit großer Mehrheit den Weg der Eigenständigkeit beschlossen,“ sagten OVEG-Obmann Christoph Alber und sein Stellvertreter Thomas Spechtenhauser am Tag nach dem historischen Beschluss dem „Vinschger“.
Dank der Kooperation mit der ALPE habe die OVEG die Möglichkeit gehabt, sich positiv zu entwickeln. Der Vertrag der Zusammenarbeit, der unter anderem vorsieht, dass die Äpfel aus dem Einzugsgebiet der OVEG in der Genossenschaft ALPE sortiert und verpackt werden, wird nun in absehbarer Zeit aufgelöst. Christoph Alber: „Die Ernte 2013 wird noch in der ALPE verarbeitet und die Ernte 2014 soll bereits im neuen Genossenschafts-Bau in Prad sortiert und verpackt werden.“ Laut Alber und Spechtenhauser wäre die ALPE mittel- bzw. langfristig nicht imstande gewesen, die steigende Apfelmenge der OVEG im Rahmen des derzeitigen Kooperationsvertrages zu verarbeiten. Die OVEG nähere sich einer Erntemenge von rund 40.000 Tonnen (4.000 Waggon). Beim Großteil handle es sich um Äpfel, aber auch Gemüse, Birnen und Marillen werden angeliefert.
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Der Standort für den Neubau der neuen Genossenschaft in der Handwerkerzone in Prad sei aus mehrerlei Hinsicht ideal.