Zum einen werde die OVEG damit zum natürlichen Ansprechpartner für die landwirtschaftlichen Produzenten im Obervinschgau, wo Jahr für Jahr neue Obstbauflächen angelegt werden. Gespräche mit dem 2009 gegründeten „Obstbauverein St. Veit“, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Obervinschger Landwirtschaft in ihrer Entwicklung zu unterstützen und Perspektiven für den Anbau von Obst, Gemüse und Sonderkulturen als mögliche Alternativen zur Viehwirtschaft aufzuzeigen, habe es bereits gegeben. Eines stellen der Obmann und Obmannstellvertreter mit aller Deutlichkeit klar: „Wir sind für ein Nebeneinander in der Landwirtschaft. Der Kornbauer soll ebenso seinen Platz haben, wie der Produzent von Äpfeln, Gemüse, Beeren, Steinobst oder Kirschen.“ Das Potential im Obervinschgau sei in diesem Sinne enorm. Im Steigen begriffen sind die Apfelmengen im Einzugsgebiet der OVEG auch deshalb, weil der Gemüseanbau seit einiger Zeit abnimmt und der Obstbau Hand in Hand damit wächst. „Wir haben zurzeit viele junge Obstbauflächen, die noch nicht im Vollertrag stehen“, so Thomas Spechtenhauser. Die Intensivkulturen seien grundsätzlich eine große Chance für die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe, „und zwar vom Korn und Gemüse bis hin zum Apfel.“
Aufgrund der Weichenstellung vom 19. April wird die OVEG in Zukunft also eine eigenständige Genossenschaft mit allem, was dazu gehört. Der Hauptsitz entsteht in Prad. Die Kühlzellen in Eyrs, in denen ca. 14.000 Tonnen Äpfel gelagert werden können, bleiben bestehen. Für weitere 14.000 Tonnen wurde in Prad das Außenlager errichtet. Dort entstehen derzeit neue Kühlzellen für 7.000 Tonnen. Diese Erweiterung wäre auf jeden Fall notwendig gewesen. Zusätzlich zu den bestehenden 2,5 Hektar kauft die OVEG in der Handwerkerzone in Prad weitere 2 Hektar an. Auf dieser Fläche, die westlich an das bestehende Außenlager angrenzt, entsteht das neue Genossenschaftsgebäude mit Sortier- und Verpackungsanlagen. Die OVEG wird somit von einer reinen Lager- zu einer vollwertigen Verarbeitungsgenossenschaft.
50 neue Arbeitsplätze
Für den Grunderwerb, den Bau des Gebäudes und die maschinelle Ausstattung sind in den nächsten 3 Jahren in etwa 18 Millionen Euro aufzubringen.