Peter Gasser erinnert sich gut an die ersten Septembertage des Jahres 2003: „Es herrschte Aufbruchsstimmung damals, als das erste Windrad stand. Die Firma Leitner hat dann im Oktober ein Zeltfest ausgerichtet und die Burgeiser Musi spielen lassen.“ Der Malser Tierarzt ist derzeit begehrter Gesprächspartner für viele Medien, einmal wegen seiner kräftig formulierten Standpunkte, dann wegen seines Rufes als streitbarer Umweltschützer, der „von allem Anfang an fasziniert von der Windenergie“ war, wie er erzählte. „Beim zweiten Windrad, das irgendwann gekommen ist, hab ich mich schon gewundert, wie weit es Richtung Alsack aufgestellt worden ist, aber das wird wohl mit der Grundverfügbarkeit zu tun gehabt haben. Die Windräder waren für mich immer zwei Landmarken, die ein neues Zeitalter symbolisierten. Dass wir in unserer Region, in unserer kleinen Gemeinde auf moderne Energieformen zurück greifen, hat mich schon mit Stolz erfüllt. Andrerseits hatte ich als Umweltschützer die Hoffnung, dass damit der eine oder andere Bach seine Ruhe haben wird. Eine weitere Hoffnung war die Wende zur regionalen Energieautarkie und die Einrichtung eines Windkraftkompetenzzentrums. Jetzt müssen die Räder abgebrochen werden, um viel Geld und ohne Wenn und Aber. Ein gewaltiger Schildbürgerstreich. Dass die Windräder problematisch für die Landschaft sind, ist mir klar. Dass sie zu einer Beeinträchtigung einiger Bürger führen, muss sehr ernst genommen werden. Mich frustriert aber die polemische Art und Weise, mit der so eine wichtige Angelegenheit für den Obervinschgau vom Tisch gewischt wird. Ohne dass man Gelegenheit hatte, sich über eine Bürgerversammlung zu informieren, ohne dass der Bürger Gelegenheit hatte, sich zu äußern, wie er dazu stehe.“ Gasser machte keinen Hehl daraus, wer dafür verantwortlich ist. Die Klasse der Politiker – wie er sich ausdrückt – und die Miteigentümer hätten es versäumt, das Thema offensiver unter die Menschen gebracht und das Für und Wider klar auf den Tisch gelegt zu haben. „Bevor sich eine Debatte entwickeln konnte, haben die in Bozen dann den Riegel mit einem Gesetz zugemacht“, entrüstete sich Gasser.