So könnte der Eislaufplatz mit einer möglichen Überdachung aussehen.
Die zuständige Gemeindereferentin Astrid Pichler.

„Chance nutzen“

Sanierung und Überdachung des Naturnser Eisplatzes geplant.

Publiziert in 10 / 2026 - Erschienen am 19. Mai 2026

Naturns - „Es ist ein Zustand, der untragbar ist“, beschrieb die Naturnser Gemeindereferentin Astrid Pichler unlängst bei der Gemeinderatssitzung die Situation beim Eislaufplatz in Naturns. Dieser solle saniert werden. Mit einem Projektleitdokument dazu, das bei der Sitzung einhellig genehmigt worden ist, wurde schließlich ein erster wichtiger Schritt gesetzt. Pichler erinnerte daran, dass es bereits zahlreiche Gespräche zur Anlage gegeben habe. Die Kunsteisanlage sei mittlerweile rund 20 Jahre alt und kämpfe seit Jahren mit zunehmenden technischen Problemen. Seit etwa 2019 gebe es Jahr für Jahr größere Schwierigkeiten mit dem Leitungssystem, das mit 37 Kilometern an Eisenrohren angelegt ist und immer wieder Lecks aufweise. Bereits 2023 seien über 20.000 Euro an Reparaturkosten angefallen. Auch heuer gab es ein Leck oder wahrscheinlich auch mehrere, die nicht gefunden werden konnten. Der Eislaufbetrieb konnte dennoch aufrechterhalten werden. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, weil es heuer relativ kalt war. Ein großer Dank an die Sektionen, die nächtelang gearbeitet haben, damit wir überhaupt Natureis hatten“, so Pichler. Der Eislaufplatz sei für das Dorfleben – vom Publikumslauf bis zum Vereinssport mit den beiden Sektionen Eishockey und Stocksport – von zentraler Bedeutung. In Sachen Stocksport gebe es jedoch eine zusätzliche Problematik, da dieser auf Eis im Winter und auf Asphalt im Sommer gespielt wird. Für höherklassige Bewerbe sei eine Überdachung mittlerweile Voraussetzung.

Ein Holzdach für ganzjährige Nutzung 

Thomas Spitaler stellte eine Machbarkeitsstudie vor. Das Ziel sei es, den Eislaufplatz schnellstmöglich wieder zuverlässig bespielbar zu machen, erklärte der Techniker, der sich als früherer Eishockeyspieler gut mit den Bedürfnissen einer solchen Anlage auskennt. Die aktuelle Situation sei geprägt von Korrosionsschäden, Glykolverlusten mit Umweltbelastung, hohem Energieverbrauch und einem erheblichen Betriebsrisiko, auch wenn die Kältemaschine selbst noch in gutem Zustand sei. Das technische Konzept sieht eine neue Betonplatte mit neuen Kunststoff-Rohrleitungen, eine optimierte Kühlung sowie Wärmerückgewinnung vor. Es gelte, die Energie, die nicht genutzt wird, zurückzugewinnen und dem Hauptgebäude mit Umkleidekabinen und Bar zuzuführen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei eine Überdachung. Diese würde nicht nur den Energieverbrauch senken, sondern auch eine ganzjährige Nutzung ermöglichen. Vorgesehen wäre eine offene Holzkonstruktion. 

„Handlungsbedarf besteht so oder so“

Die Kostenschätzung liegt bei rund 550.000 Euro für die Sanierung der Anlage und etwa 1,1 Millionen Euro für die Überdachung. Insgesamt ergibt sich inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer ein Projektvolumen von rund 2,2 Millionen Euro. „Handlungsbedarf besteht so oder so. Aber ich empfehle dringend die Überdachung“, unterstrich Spitaler. Eine mündliche Zusage des Landes für rund 70 Prozent Förderung bei der Umsetzung der Variante mit Überdachung liegt bereits vor. „Wir sollten diese Chance nutzen. Es ist nicht nur für Eishockey und Stocksport wichtig, sondern für die gesamte Bevölkerung – für Familien, Kinder und das Dorfleben“, unterstrich Astrid Pichler. Das Projektleitdokument wurde noch Ende April an das zuständige Landesamt übermittelt, in der Zuversicht auf einen baldigen positiven Bescheid. Dann gelte es zunächst, die Ausführungsplanung zu beauftragen und anschließend die Arbeiten auszuschreiben. Im Frühherbst könnte über den weiteren Verlauf sowie darüber entschieden werden, ob die Arbeiten noch in diesem Jahr umgesetzt werden können.

Michael Andres

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