50 hängen seit 3. März an der Wand
Publiziert in 9 / 2010 - Erschienen am 10. März 2010
Prad – So demokratisch wie möglich, so transparent wie möglich, so Verbände, Stände und Sprachgruppen übergreifend wie möglich wollte der Ortsausschuss der Südtiroler Volkspartei Prad an die Kandidatenfindung zur Gemeinderatswahl 2010 herangehen. Seit 18. Februar wurden 2.365 Briefe verschickt, adressiert an alle Wahlberechtigten im Hauptort Prad, in Agums und am Prader Berg. Als Absender schien die SVP-Bezirkskanzlei in Schlanders auf. Damit konnten die Prader ihre „Wahlvorstellungen“ zu jeder Tages- und Nachtzeit und an jedem Ort in die Postkästen werfen. Die Wählerinnen und Wähler - nicht berücksichtigt wurden die Auslandswähler - fanden aufgelistet im Text die SVP-Räte der letzten Amtsperiode, die bereit waren, wieder zu kandidieren. Zwei leere Zeilen waren Bürgermeisterkandidaten vorbehalten, sechs für Vorschläge von Gemeinderäten. Jeder konnte wählen, jeder war wählbar. „Nach mühevoller Auszählung von 714 Vorschlägen“, so ein zufriedener Ortsobmann Paul Prugger, wurden die ersten 50 alphabetisch gereiht und ohne Angabe der Stimmenzahl an der Amtstafel ausgehängt. Eine getrennte Reihung – diesmal nach „Vorzugsstimmen“, aber auch ohne Angabe einer Stimmenzahl – erfuhren die fünf Bürgermeisterkandidaten. Hinter Amtsinhaber Hubert Pinggera folgen der Gemeinderat Christian Obwegeser, die Kulturreferentin Tanja Ortler, als Neuling der Freiberufler Stephan Gander und als fünfter der Gemeinderat der Bürgerliste, Werner Egger. Alle Bürgermeisterkandidaten scheinen auch in der 50er-Gruppe auf. Mitglieder des Ortsausschusses, des Sozial-und Wirtschaftsausschusses haben nun die Aufgabe, jeden einzelnen auch nach seiner Bereitschaft zu fragen. Obwohl die Liste 12 Frauennamen umfasst, bereitet die Quote Obmann Prugger ziemlich Kopfzerbrechen. Anregend diskutiert werden dürfte in den Ausschüssen, dass neben Werner Egger, Bürgerliste, auch Karl Bernhart, Wunibald Wallnöfer und Udo Thoma von der Liste „Für Prad“ unter den 50 aufscheinen. Ebenfalls darauf zu finden ist der einzige Lichtenberger Vertreter, Wirtschaftsreferent Manfred Lechner (siehe eigener Bericht).
Unter den „angeschlagenen“ 50 nicht zu finden sind die Namen Herbert Thoma, Lothar Burger, Johann Kuntner, Maurizio Giusti, Rudi Maurer und Dominique Wallnöfer, alles amtierende Gemeinderäte. Von Maurer weiß man, dass er nicht mehr kandidieren will, von Thoma, dass er ebenfalls nicht mehr will und überdies „mandatsbeschränkt“ ist, also kein Referat bekleiden darf. Auf die Fragen, wie der Ortsausschuss mit eventuellen „überzähligen Bürgermeisterkandidaten“ umgeht, ob zwei oder drei zugelassen werden, ob die eine Kandidatin zur Fixstarterin wird, konnte und wollte Ortsobmann Prugger keine Antwort geben. Im Übrigen zeigte er sich angenehm überrascht, dass sich so viel Prader eingebracht hatten.
Günther Schöpf