Kursteilnehmer des 1. Kurstages und ihr Leiter Josef Spechtenhauser (2. von links).

Alte Technik neu erlernt

Publiziert in 45 / 2011 - Erschienen am 15. Dezember 2011
Mals – In der „Hoache“, der rund 80 Hektar großen Kulturlandschaft am Fuße des Malser Hausberges Spitzige Lun, regt sich einiges. Letztes Projekt in diesem Jahr im Rahmen des Interreg IV Projektes der Gemeinde Mals war ein Trockensteinmauer-Kurs am Unterwaal. Neben dem Einzug der intensiven Obstplantagen, die seit 2009 verstärkt die Landschaft der Hoache verändern, bemüht sich ein Teil des Interreg IV Projektes wiederum darum, die ­Biodiversität dort zu stärken. Für Touristen und Einheimische soll die Hoache zu einem Anziehungspunkt werden. Mit ­verschiedenen Maßnahmen versuchen die Projektverantwortlichen, wie der Leiter des ­Projektes Biodiversität, Landwirtschaftsreferent Josef ­Thurner, die Bevölkerung auf die Einzigartigkeit der Hoache aufmerksam zu machen. Der Trockensteinmauer-Kurs, geleitet von Josef Spechtenhauser, schaffte das. An drei aufeinander folgenden Samstagen im Dezember fanden sich viele Interessierte ein. „Das Fundament“, so Spechtenhauser, „ist das wichtigste Element der Mauer. Das sieht man jetzt gar nicht mehr“. Am letzten Kurstag, dem 10. Dezember, war es unter dem Aufbau einer ca. 30 Meter langen Mauer am Unterwaal verschwunden. Wichtig sei, ein solides Fundament zu bauen, das von Anfang an eine starke Neigung zum Hang aufweise, damit in Zukunft die Mauer durch den Druck der Erd­massen nicht kippen kann. Gefüllt mit weiteren Steinen sollte ein Abstand von mind. 80 Zentimetern zum Hang für weitere Stabilität sorgen. Mit Begeisterung arbeitete unter anderen auch Bürgermeister Ulrich Veith am Errichten der Mauer mit: Steinmauern hätten es ihm schon seit langem angetan und: „Es hat mich interessiert, etwas gemeinschaftlich hier in der ­Hoache mit anderen tun zu ­können“. Im Gegensatz zu kostspieligem Beton können Steinmauern atmen und sind extrem lange haltbar. In der bis vor wenigen Jahrzehnten noch terrassierten Landschaft der Hoache wurden sie als Böschungsstabilisierung und Schutz vor Muren errichtet und bieten heute als Lebensraum für Eidechsen und Insekten sowie für viele Pflanzenarten ein wertvolles Bio­top.
Katharina Hohenstein

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