An einem symbolträchtigen Platz wurden der Hinweis auf das Jahr der Wälder und die Bedeutung des Waldes für den Lebensraum des Menschen hingenagelt.

„Damit der Mensch nicht zuviel niederhaut“

Publiziert in 35 / 2011 - Erschienen am 5. Oktober 2011
St. Valentin a.d.H. - Immer mehr pädagogische Aufgaben kommen auf die Förster zu. Besondere Aktivitäten zum „Internationalen Jahr der Wälder“ hat das Forstinspektorat ­Schlanders gesetzt und an den Ufern des Haidersees im Bereich von Zersack einen Thementag unter dem Titel „Mein Wald – Dein Wald!? - Waldgrenzen und Grenzwälder“ veranstaltet. Organisiert wurde der Tag von den Forststationen Mals und Graun in Zusammenarbeit mit den Fraktionen von Burgeis und St. Valentin. Mitgewirkt am Programm haben die Grundschule von Burgeis und die Sing­gemeinschaft Burgeis. Der für die Veranstaltung ausgewählte Platz beim ehemaligen Gasthaus Zersack am Ufer des Haidersees stand für das Zusammentreffen von Wald- und Nutzungsgrenzen zwischen Burgeis und St. Valentin am Ausgang des wunderbaren Zerzertales. Der Leiter der Forststation Mals, Stefan Peer, konnte bei herrlichem Wetter eine vergnügte Zahl von Schulkindern und interessierten Teilnehmern begrüßen, darunter eine neunköpfige Vertretung der Förster. Er hob den Nutzen des Waldes beispielsweise als Wasserspeicher, Luftreinigungsfilter, Schutz vor Lawinen und Muren, Lebensraum für Pflanzen und Tiere und schließlich auch als Holzspender hervor. Seit alters her empfanden die Menschen den Schutz des Waldes als überlebensnotwendig und auch heute müsse man ­darauf achten, „dass der Mensch nicht zuviel niederhaut“. Das gelte für Südtirol, aber noch viel mehr für den globalen Wald­bestand, der durch Raubbau extrem gefährdet sei. Thomas Wegmann erläuterte die Grenzziehung im Laufe der Geschichte­ und die Wegmarkierungen an den Waldgrenzen, die alle zehn Jahre überprüft werden müssen. Er brachte dazu auch einige ­Anekdoten, wie das Zerzertal und das Wasser an die Burgeiser gegangen seien und was es mit dem „Schwurackerle“ auf sich habe. Mit schwungvollen Worten erinnerte Amtsdirektor ­Mario Broll vom Forstinspektorat Schlanders an die Bedeutung der Grenzen, die vor allem heute zeigen sollen, wer die Verantwortung für den Wald trage.
Friedrich Haring

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