Unter den Gruppen auch die Bauern unter sich (von links): Hans Abart (Schafzucht), Hans Waldner, Fraktionsvorsteher Alois Waldner, ein alter „Fuchs“ in Sachen Bauerschaft, Hans Pobitzer und Josef Patscheider.

Die Schleiser sind zufrieden, haben aber auch Probleme

Publiziert in 8 / 2010 - Erschienen am 3. März 2010
Schleis – Das letzte Glied im Rahmen der Bürgerversam­mlungen zum Projekt „Zukunftswerkstatt“, das die Gemeindeverwaltung ins Leben gerufen hat, war die Frak­tion Schleis. Wie auch in den ­meisten anderen der 9 Frak­tionen innerhalb der Gemeinde fand die Bürgerversammlung im Kultursaal von Schleis regen Zuspruch. Es nahmen immerhin 57 der knapp 300 Schleiser Bürger jeden Alters die Gelegenheit wahr, sich um das Geschehen in ihrem Dorf zu kümmern. Wie Fraktionsvorsteher Alois Waldner in seiner Begrüßung erklärte, gehe es hier um Probleme, die mehr oder weniger über die Ortsgrenzen hinausgehen, eine interne Bürgerversammlung werde folgen. Daran hielten sich die Versammlungsteilnehmer und befolgten die Vorgaben des Koordinators der „Zukunftswerkstatt“, Bernd Karner. Es ging vorerst um die positiven Seiten des Dorfes und Dorflebens. Die einzelnen Arbeitsgruppen nannten etwa das sehr lebendige Vereinsleben und lobten Einrichtungen wie Kindergarten, Schule, Kulturhaus, Feuerwehrhalle, Spielplatz und Anbindung durch den City-Bus. Auch wurde eine hohe Lebensqualität im Dorf angesprochen; man hat noch einen „Laden“ und es ist verhältnismäßig ruhig, da es kaum Durchgangsverkehr gibt. Auch im Bereich Landwirtschaft herrscht positive Stimmung, das Beregnungsprojekt konnte verwirklicht werden, die Straße zum Polsterhof wurde saniert, die Alm funktio­niere gut und wenn eine Kuh auf der Dorfstrasse einmal „muss“, dann solle man ihr das ver­zeihen. Und damit waren die Gruppen schon bei den negativen Seiten und Problemen. Wie ein roter Faden zog sich die Befürchtung quer durch die Arbeitsgruppen, dass Kindergarten und Schule auf Grund der geringen Kinderzahl gefährdet sein könnten. Eine attraktive Wohnbauzone wurde angeregt. Auch könnten Kinder aus anderen Dörfern aufgenommen werden. Wie fast in allen Dörfern, wurde auch in Schleis die Verunreinigung von Wegen und Wiesen durch Hundekot angekreidet. Ein anderes Problem sind die Radwege, besser gesagt die Radfahrer. Trotz Geschwindigkeitsbegrenzung im Dorf sind viele viel zu schnell unterwegs. Wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte, ist auch für Bürgermeister Ulrich Veith noch eine offene Frage. Was für Schleiser Bauern, die Anrainer der Radrouten sind, noch ein Problem darstellt, ist das Fehlen öffentlicher Toi­letten. Denn neben den tierischen seien auch menschliche Exkremente in den Wiesen zu finden. Angeregt wurden Ruheplätze für ältere Leute, Parkplätze und die Gestaltung der Rodelbahn, die einen guten Ruf hat. Ein besonderes Anliegen ist der Bevölkerung und den Radfahrern die Sicherheit an der Kreuzung Staatsstrasse/Schleis-Mals. Von den Wirtschaftstreibenden wurde vor allem die mangelhafte bis fehlende Internet­anbindung bemängelt. Bürgermeister Veith versprach eine Lösung dieses Problems noch bis Ende des Jahres. Auch bei der Postzustellung, speziell was Pakete anbelangt, sei man im europäischen Durchschnitt noch einige Jahre zurück. Angeregt wurden auch attraktive Anschlagetafeln für Veranstaltungen und Hinweise. Das einzige Geschäft im Dorf sollte erhalten bleiben, war von mehreren Gruppen zu hören. Auch da sprach der Bürgermeister klare Worte: „Wenn sich die Leute im Dorf mit dem Geschäft identifizieren und auch dort einkaufen, so wird der ­Laden bleiben; wenn nicht, wird das geschehen, was sich schon in Planeil zugetragen hat.“ Nach diesem letzten Bürgertreffen innerhalb der Gemeinde Mals werden nun die vielen Daten und Anregungen ausgewertet und anschließend der Bevölkerung unterbreitet, auch in Form eines Fragebogens.
Erich Waldner

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