In Partschins ist das Wechselfieber ausgebrochen
Publiziert in 7 / 2010 - Erschienen am 24. Februar 2010
Partschins – Als Archimedes von Syrakus in der Badewanne die Auftriebskräfte entdeckt hatte, soll er unbekleidet und laut „Heureka“ rufend durch die Stadt gelaufen sein. Seitdem wird Heureka als freudiger Ausruf nach gelungener Lösung einer schweren Aufgabe verwendet. Im Vinschgau lautet dies „I honn’s“. Nackt ist Ortsobmann Jochen Raffl bestimmt nicht durch Partschins gelaufen, aber gefreut hat er sich wie Archimedes vor 2200 Jahren über die große Zahl der Gemeinderatskandidaten und ganz besonders über die in entspannter Diskussion nominierten Bürgermeisterkandidaten. „Wir haben zwei gute Kandidaten gefunden und wir haben jetzt, also noch lange vor dem festgesetzten Termin am 4. März, schon 21 Ratskandidaten beisammen – allen Unkenrufen zum Trotz“, teilte bestens gelaunt und zufrieden der Ortsobmann der Südtiroler Volkspartei mit. Seit Donnerstag, 18. Februar, 21.00 Uhr steht fest: der Geometer Albert Gögele, 35, und der amtierende Referent für Sport und Stromversorgung, Stefan Ganterer, 32, werden sich um die Nachfolge des Langzeit-Bürgermeisters Robert Tappeiner bewerben.
Während den Geometer Gögele Handwerker und Unternehmer gemeinsam tragen, ist der Oberschullehrer Ganterer, der im Juni 2007 auf Karl Moser in den Ausschuss nachgerückt ist, als Arbeitnehmer vom Sozialausschuss vorgeschlagen worden. Damit wird die kompakteste Wählergruppe, die Bauern, die zwar keinen Bürgermeister-Kandidaten stellt, aber mit Gemeinderatskandidaten durchaus vertreten ist, zum klassischen Zünglein an der Waage. Wem sie die Unterstützung gewährt, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit erster Bürger in der Gemeinde Partschins. „Der Neue“ hat nach dem 16. Mai die Möglichkeit, sich im wahrsten Sinn neu zu orientieren. So ziemlich alles muss im Ausschuss umgestellt werden. Nur Frauenreferentin Evelyn Weithaler Tappeiner stellt sich neuerdings der Wahl.
Robert Tappeiner beendet seine 46-jährige Karriere als Bürgermeister. Sein Stellvertreter Sebastian Bernhart und Kulturreferent Ewald Lassnig könnten als Bürgermeister oder als Gemeinderäte kandidieren. Florian Gamper und Hanspeter Weiss kehren der Gemeindepolitik den Rücken. Etwas abgedroschen, aber zutreffend: Alles neu macht der Mai.
Günther Schöpf