Mit besten alpinen Grüßen
Publiziert in 35 / 2011 - Erschienen am 5. Oktober 2011
Schnals - Wenn in nächster Zeit dem ArcheoParc ein weiteres, archäologisches Fundstück übergeben wird, dann handelt es sich um das am 30. September vom Gemeinderat begrabene Kriegsbeil zum Thema „Hochtal Lagaun“.
Mit „Wie immer mit besten alpinen Grüßen“ unterzeichneten Vizebürgermeister Gerhard Müller, Referent Harald Rainer, die Gemeinderäte Patrizia Grüner, Evi Weithaler, Peter Grüner, Peter Nischler, Leo Luis Weithaler, Paul Grüner und Egon Raffeiner einen Beschlussantrag an ihren Bürgermeister Karl Josef Rainer. Mit sieben Ja-Stimmen, einer Enthaltung und vier Gegenstimmen beharrte die Mehrheit des Gemeinderates von Schnals auf den „Urtext“ des Landschaftsschutzplanes, den die Landschaftsschutzkommission vorgelegt und der Rat am 5. April mit Stimmenmehrheit genehmigt hatte. Sie verlangten die Wiederaufnahme des Wortlautes im Bezug auf das Landschaftsschutzgebiet Lagaun: „Untersagt sind die Errichtung von Straßen sowie der Verkehr mit Motorfahrzeugen innerhalb des Landschaftsschutzgebietes“. In 35 Sekunden war damit Punkt 1 der Tagesordnung abgehandelt und ein sichtlich entspannter Bürgermeister Rainer schaute fast spitzbübisch zur leicht verdutzten Schar von AVS- und Pressevertretern, bevor er das Protokoll der letzten Sitzung genehmigen ließ. Vorausgegangen war eine Vorbesprechung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, in der beschlossen worden war, die Geister wieder zur Ruhe kommen zu lassen und den „Lagaun-Frieden“ zu schließen. Vorausgegangen waren ein sechsmonatiges Hick-Hack in den Medien, mit Gesichtsverlust, gegenseitigen Anschuldigungen, Protestmarsch und gefrevelten Bäumen am Weg ins Lagaun-Tal. Voraus gegangen waren eine Genehmigung des Landschaftsschutzplanes am 18. Juli, ein Treffen des Bürgermeisters mit Landesrat Michl Laimer und ein neuerlicher Beschluss durch die Landesregierung am 25. Juli, der einem Widerruf des Beschlusses vom 18. Juli gleichkam. Nun liegt der Ball wieder bei der Landesregierung; Alpenverein und Umweltschützer freuen sich über einen Etappensieg.
Günther Schöpf