Mit dem Gespür für das Wesentliche

Publiziert in 44 / 2011 - Erschienen am 7. Dezember 2011
Schlanders – Ein Buch über Karl Grasser: „Der Vinschgau hat den Karl und der Karl hat den Vinschgau geprägt.“ Es war die friedliche Verein­nahmung des Kulturhauses durch die Kortscher. Ihnen ging es um ihren bekanntesten Landsmann, um Karl Grasser. Vizebürgermeisterin und Kulturreferentin Monika Holzner Wunderer konnte noch so eindringlich wiederholen, wie stolz die Gemeinde Schlanders sei, eine so große Persönlichkeit unter den Bürgern zu wissen, der Kortscher Autor Martin Trafoier hat es den Kortschern Schwarz auf Weiß bestätigt: Er ist einer von uns. Mit drei kleinen g‘s könne man den Karl mit dem großen G für Grasser eindeutig als Kortscher identifizieren: geradlinig, großzügig und gläubig. Nachzulesen ist Trafoiers liebenswürdige Urteil in der Biographie „Karl Grasser.­ Plastiken, Holzschnitte, Zeichnungen“, herausgegeben vom Südtiroler Kulturinstitut. Die Vorstellung des reich bebilderten Werkes wurde zur gelungenen Hommage an einen Künstler, der aber noch in ungebrochener Schaffenskraft mit 88 zwischen seinem Pfarrer Dekan Josef Mair und seinem Freund Marjan Cescutti, Präsidend des Kulturinstituts, in der ersten ­Reihe saß. Er schien erstaunt und gerührt, wie sein Lebenswerk zu den Klängen einer Kortscher Bläsergruppe und den Weisen der „Herbischt-Sänger“ aus dem Pustertal zuerst von der Kulturreferentin, dann von Präsident Cescutti, von der Kunsthistorikerin Eva Gratl und schließlich von Landeshauptmann Luis Durnwalder gesehen und gewürdigt wurde. Der Vinschgaukenner Cescutti hatte unter dem ­Titel „An der Härte des Lebens als Künstler gereift“ gleich ein Stück Zeitgeschichte der Gemeinde Schlanders mitgeliefert. Gratl sprach von einer „zutiefst menschlichen Kunst“, die nicht so leicht in ein Buch zu schreiben war, und stellte die Beiträge der Mitautoren Herbert ­Raffeiner und Martin Trafoier vor. Landeshauptmann Durnwalder würdigte Grassers Einsatz als ­Mitglied der Gemeindebaukommission und als Kunsterzieher. Ganz besonders schätze er an Karl Grassers Kunst „die ausdrucksvolle Darstellung der Hände“. Die Buchvorstellung endete mit einem Buffet der Fraktion Kortsch und der Gemeinde Schlanders unter Mithilfe des Bildungsausschusses und der Kortscher Bäuerinnen. Das Buch „Karl Grasser. Plastiken. Holzschnitte. Zeichnungen“, gebunden, 132 Seiten ist im Athesia/Tappeiner Verlag erschienen. Durch die Förderung der Landesabteilung für Kultur und der Raiffeisenkassen des Vinschgaus ist das reich bebilderte Werk um 19.90 Euro erhältlich.
Günther Schöpf

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