„Wir setzen in Zukunft vermehrt auf Sonnen- und andere erneuerbare Energie“. Diesem Leitsatz, festgeschrieben im Schludernser Leitbild, wird die Gemeinde mit dem Bau der Fotovoltaikanlage (im Bild der Lageplan) gerecht.

Schluderns macht Kasse mit der Sonne

Publiziert in 7 / 2010 - Erschienen am 24. Februar 2010
Schluderns – Mit der ­Sicherstellung der Finanzierung und der Genehmigung des Ausführungsprojektes hat der Gemeinderat von ­Schluderns am 15. Februar die letzten wichtigen Weichen für die Umsetzung des Projektes „Energiepark Gemeinde ­Schluderns“ gestellt. Es geht um den Bau einer Fotovoltaikanlage am Standort des ehemaligen Gemeinschaftsstalles. Die Fotovoltaik-Module werden auf einem Teil der zu sanierenden Dachfläche des Wirtschaftsgebäudes angebracht, auf einem neu zu bauenden Flugdach und auch auf dem Freigelände. Die Gesamtkosten des Projekts (Dachsanierung, Flugdach, Trafo-Kabine für die Einspeisung des Stroms in das ENEL-Netz, Fotovoltaikanlage usw.) belaufen sich auf knapp 2,8 Millionen Euro. Bei rund 300.000 Euro davon handelt es sich um Mehrwertsteuer-Ausgaben, welche die Gemeinde­ später verrechnen kann. Finanz­iert wird das Vorhaben zum Großteil mit einem günstigen Darlehen in Höhe von 2 Mio. Euro aus dem Rotationsfonds. Den Rest bestreitet die Gemeinde mit Eigenmitteln. Um diese aufzubringen, hatte der Gemeinderat im Vorfeld der Projekt-Genehmigung ­mehrere Bilanzabänderungen und Fondsumbuchungen beschlossen. Vorerst abgebucht werden unter anderem jene 240.000 Euro, die für den Bau einer Fußgänger-Bahnunterführung hinter dem Cafè Time vorgesehen waren. Auch der Verwaltungsüberschuss fließt großteils in den Energiepark. Die Gemeinderätin Elisabeth Klotz Ritsch (SVP) bedauerte, dass der Bau der dringend notwendigen Bahnunterführung jetzt hinausgezogen wird. Sie enthielt sich bei der ent­sprechenden Fondsum­buchung der Stimme. Auch Hans Pohl (Freiheitliche) enthielt sich der Stimme, sagte aber nicht warum. Bürgermeister Erwin Wegmann und Referent Heiko Hauser meinten, dass die Errichtung der Fotovoltaikanlage Priorität habe. Mit dem Reinerlös aus dem Stromverkauf bzw. der Einspeisevergütung werde die Gemeinde laut Wegmann imstande sein, das Kapitel der laufenden Ausgaben für einen langen Zeitraum mit jährlich zwischen 140.000 und 150.000 Euro netto zu bestücken. Das sei sicherer „als wenn man zum Luis nach Bozen geht“, so der Bürgermeister wörtlich. Dank der Eigenfinanzierung im Ausmaß von ca. 28 Prozent und des günstigen Darlehens halten sich die Amortisationskosten in Grenzen. Die Fotovoltaikanlage soll jährlich ca. 602.000 kWh an Strom produzieren. Der nächste Schritt für die Gemeinde ist jetzt die Ausschreibung der Arbeiten. Die Verwaltung hofft, dass die Gewerke aufgrund des unlängst erlassenen Verfassungsurteils bezüglich der Ausschreibung öffentlicher Arbeiten doch getrennt vergeben werden können, denn damit könnten heimische Betriebe zum Zug kommen. Weiters hofft die Gemeinde auf Abgebote, sodass der Bau der Bahnunterführung vielleicht doch nicht zu lange aufgeschoben werden muss. Die Fotovoltaikanlage soll bis zum Herbst 2010 gebaut sein. Auch der Wertstoffhof wird verlegt. Er soll unter dem neuen Flugdach Platz finden. Geplant ist auch die Verlegung des Bauhofes, der derzeit aus allen Nähten Platz. Er soll im ehemaligen Stall untergebracht werden. Dem Ausführungsprojekt stimmten mit Ausnahme von Hans Pohl, der sich der Stimme enthielt (aber nicht sagte ­warum), alle anwesenden Räte zu. Ein weiters Großvorhaben in Schluderns ist neben der Fotovoltaikanlage der Neubau des Kindergartens.
Josef Laner

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