Schulsprengel Schluderns von Auflösung bedroht

Publiziert in 45 / 2011 - Erschienen am 15. Dezember 2011
Schluderns - Wieder einmal ist zu befürchten, dass ein Schulsprengel im oberen Vinschgau aufgelöst wird. Heftige Gegenwehr kommt von den Eltern und dem Lehrkörper. In Schulsprengel Schluderns sind die Grund- und Mittelschulen von Schluderns, Glurns und Taufers vereinigt. Grund für die Beunruhigung ist der Schulverteilungsplan 2012–2017. Am 13. Dezember wurden die von den Eltern unterschriebenen Protestlisten dem Schulamt überreicht. Heftige Worte finden die Lehrerinnen und Lehrer der Mittelschule Glurns: „Mit Unverständnis und Erstaunen haben die Lehrpersonen der Mittelschule Glurns die geplanten Maßnahmen des Schulamtes zur Kenntnis genommen: Mit einem Federstrich wird unsere Aufbauarbeit der letzten Jahre vom Tisch gefegt: das Schulprogramm, das Leitbild, das stufenübergreifende Schulcurriculum, die Homepage, unsere Arbeit im Bereich Lese- und Sprachförderung (wo wir mit allen drei Gemeinden zusammenarbeiten), etc. Viele Vorgaben der Landesgesetze haben wir in den letzten Jahren umgesetzt und sind weiter bemüht, die Wirksamkeit des Lehrens und Lernens weiter auszubauen. Nun soll das alles umsonst gewesen sein und wir sollen Teil eines - mit Verlaub gesagt – ‚Megasprengels’ werden und von vorne beginnen?“ Das Problem ist die Zahl 300. Ab dieser Mindestschülerzahl werden laut Schulverteilungsplan die Sprengel geschlossen. Die Lehrerschaft schließt mit der eindeutigen Aussage: „Mit Entschiedenheit sprechen sich die Lehrpersonen der Mittelschule Glurns gegen die Zusammenlegung des Sprengels mit einem anderen Sprengel aus. Wir sind für die Beibehaltung der jetzigen Sprengelaufteilung und sind der Meinung, dass die Sparmaßnahmen einen so ­massiven Eingriff in bestehende Strukturen niemals rechtfertigen können!“ Diesen Forderungen schließen sich alle betroffenen Schulen und ihre Lehrerinnen und Lehrer an. Der Elternrat steht ebenfalls hinter dieser Forderung: „Wir sehen keinen Sinn in dieser Umstrukturierung, mögliche Einsparungen erscheinen uns ­höchstens als politischer ­Aktionismus. Die daraus resultierenden Schäden stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen!“
Friedrich Haring

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