Endlich bot sich für die Mitarbeiter (von rechts) Peter Unterholzner, Angelika Oberhofer, Barbara Ratschiller, Renate Grassl, Karin Meister und Präsident Stefan Perathoner eine Gelegenheit, dem eigentlichen „Frontman“ des Naturnser Tourismuswunders, Ewald Brunner, zu danken.

„Wir haben die 500.000 geknackt“

Publiziert in 7 / 2010 - Erschienen am 24. Februar 2010
Naturns – Für Vorstand, Mitglieder und Ehrengäste war es die wichtigste Meldung. Tourismusvereins-Präsident Stefan Perathoner setzte bei der ­Jahresversammlung die 504.082 Nächtigungen dann auch an den Anfang seines Rückblickes und meinte: „Naturns ist gut aufgestellt mit Direktor Ewald Brunner und unserem Tourismusverein vorne dran.“ Aus der Nationenstatistik interpretierte er bei 325. 193 Nächtigungen im Jahr 2008 gegenüber 325.461 im Vorjahr eine Stagnation auf dem deutschen Markt und eine deutliche Steigerung bei den Italienern mit 49.802 Nächtigungen gegenüber den 45.033 im Jahre 2008. „Der Italiener beginnt sich bei uns wohl zu fühlen. Wir müssen uns auf die Italiener einstellen“, lautete seine Schlussfolgerung. Präsident Perathoner bezeichnete Naturns als „Gemeinde mit den Urlaubspaketen“. Vom Genießerfrühling ab März bis zum Naturnser Gourmet-November konnte der Gast unter 18 Urlaubspaketen wählen; vier davon bezogen sich auf den Radsport. Um auch innerhalb der Verantwortlichen Klarheit zu schaffen, wofür Naturns stehe, stellte er eine Klausurtagung in Aussicht, in der man auf „Profilsuche“ gehen müsse. Der Präsident erinnerte an die erste Fusion in Südtirol, als sich die Tourismusvereine Naturns und Plaus zusammengeschlossen hatten, und berichtete von einer möglichen Zusammenarbeit auch mit dem Tourismusverein ­Kastelbell-Tschars. Als Präsident des Aufsichtsrates konnte auch Karl Peer auf einen erfreulichen Umstand hinweisen. Bei der Gegenüberstellung der Ausgaben in Höhe von 895.225 Euro zu Einnahmen von 917.201 Euro stellte er einen Gewinn von fast 22.000 Euro fest. Direktor Ewald Brunner wartete in seinem Tätig­keitsprogramm 2010 neben bewährten Einrichtungen mit einigen Neuerungen auf, die vom „Geheimtipp“ zum eigenständigen Wandern über das wöchentlich verkehrende Bike-Shuttle nach Glurns oder Graun und mehrtägigen Angeboten im Bike Park bis zum „Para­gliding“ von der Bergstation der Seilbahn Unterstell reichte. Bürgermeister Andreas Heidegger betonte die Bedeutung des Wirtschaftszweiges Fremdenverkehr für Naturns und erinnerte sich: „Vor fünf Jahren stand ich noch nervös vor den Touristikern, jetzt aber bin ich sehr froh über die gute Zusammenarbeit.“ Während die Stimmen zur Vorstandswahl ausgezählt wurden, überreichten Präsident ­Perathoner und Direktor Brunner­ Blumen an die scheidenden Verwaltungsräte Carola Linter, Hannelore Spechtenhauser und Waltraut Alber. Als das Ende einer Ära bezeichnete Ewald Brunner das Ausscheiden des Wegekoordinators ­Robert Fliri­ und des Wegebetreuers ­Peter Müller. Der Direktor wurde selbst zum Geehrten, als Präsident und Mitarbeiter die Gelegenheit nutzten, „30 ­Jahre Tourismusverein mit Ewald Brunner“ mit Ehrenurkunde und Geschenk zu würdigen. Laut Wahlergebnisse sitzen im zukünftigen Vorstand des Tourismusvereines die Naturnser Hoteliers Stefan Perathoner, Natali Brunner, Klaus Ladurner und Elisabeth Elsler, die Plauser Thomas Schuler und Werner Mair, Wolfram Gapp als Agrartouristiker, Alois Tappeiner für die Kategorie Residence, Heini Schweitzer für die Ferienwohn­ungen, Zeno Gerstgrasser für die Privatzimmervermieter in Naturns, Heinrich Kainz für jene in Plaus, Helmut Müller für die Landwirte, Helmuth Pircher für die Handwerker und Hans Unterthurner für die Kaufleute. Mit dem Referat „Gesundheitskompetenz als touristisches Produkt“ von Silvia Rottensteiner, Marketingesellschaft Meran, und den Ausführungen von Alois Kronbichler zum Thema „Gesundheit und Vitalität – Chancen für meinen Betrieb“ wurde die Jahresversammlung abgeschlossen. Dabei redete vor allem der Tourismus­experte ­Kronbichler den Anwesenden ins Gewissen, indem er sie erinnerte, dass man zum Freundlich-sein weniger Muskeln braucht als zum grantig Dreinschauen, dass man Lebensqualität nur verkaufen kann, wenn man selbst Lebensqualität hat. Mit der Erkenntnis: „Persönliche Aufmerksamkeit ist wichtiger als Hardware“ nahm Kronbichler­ auch schon die Ergebnisse einer Umfrage vorweg, in der 804 Gäste angegeben hatten, dass sie unter anderem wegen der Freundlichkeit der Gastgeber nach Naturns gekommen seien und nicht etwa wegen der öffentlichen Wellness-Einrichtungen.
Günther Schöpf

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.