15.000 Euro bei Benefizkonzert ersungen und erjodelt

Publiziert in 20 / 2005 - Erschienen am 20. Oktober 2005
Dies war das beeindruckende Ergebnis der Benefizveranstaltung am 4. Oktober zu Gunsten des Waisenhauses in Cochin/Indien, die in der Schreyögg-Halle in Rabland stattgefunden hat. Wochenlange Vorbereitungen und harte Arbeit waren an diesem Abend schnell vergessen: volles Haus und gute Stimmung waren der beste Dank für die Veranstalter, der Journalistin Christine Losso aus Meran, Nadja und Peter Tribus, unterstützt von Doris und Walter Stieger. „Menschen Licht und Wärme bringen“: Nadja Tribus ist schon seit Jahren in die Hilfe für notdürftige Menschen in den ärmsten Ländern der Welt involviert; wenige Tage nach dem Tsunami ist sie nach Indien geflogen und war vier Monate vor Ort. Eigentlich hätte sie dort Kinder unterrichten sollen, aber nach dieser Naturkatastrophe gab es keine Schule mehr. In einer Baracke konnte sie notdürftig einigen Waisenkindern Unterschlupf und Trost geben und ihr Hilferuf in die Heimat stieß sofort auf offene Ohren: die Eltern Zita und Peter Tribus (Kaufmann in Meran) hatten bereits im Fernsehen die Verwüstung, Verzweiflung und Trauer mitverfolgen können und wurden sofort aktiv. „Südtirol hilft“, das hat sich wieder einmal bewiesen, denn schon im März 2005 konnten sie mit 17.500 Euro aus den verschiedenen Spendenaktionen nach Indien fliegen und im Mai sind auch Christine Losso und ihre Freundin Ingeborg Stecher mit dem Rest des gesammelten Geldes nach Indien gereist. An Ort und Stelle konnten sie sich dafür einsetzen, dass die Beträge auch wirklich an der gewünschten Stelle eingesetzt wurden. In wenigen Monaten soll das Waisenheim gesegnet werden, das anfänglich für 26 Kinder eingerichtet wird, nicht nur für Tsunami-Opfer, sondern auch andere, die ohne Eltern aufwachsen müssen. Aber es fehlte noch viel Geld. Viele Südtiroler haben das Projekt unterstützt, nicht nur am Benefizabend die Anwesenden, unter ihnen viele Politiker wie die Bürgermeister von Naturns (Andreas Heidegger), Plaus (Arnold Schuler) und Partschins (Robert Tappeiner), der Unionsabgeordnete Andreas Pöder, Pius Leitner und Ulli Mair von den Freiheitlichen sowie viele Künstler, die ihre Bilder zur Versteigerung zur Verfügung gestellt hatten wie Sigrid Troier, Peter Schwellensattl, Germana Fleischmann und Karl Hofer. Auch mit Spenden und Überweisungen von Privaten und Politikern, die nicht dabei sein konnten, wurde geholfen (Martina Ladurner, Richard Theiner, Florian Mussner, Luis Durnwalder usw.). Insgesamt ergab sich zusammen mit dem Erlös aus dem Glückstopf und dem Reinerlös die sagenhafte Summe von 15.000 Euro. Nun rückt die Fertigstellung des Heimes in unmittelbare Nähe. Projektträger ist der Orden der Franziskaner mit Koordinator Father Antony, unterstützt von Schwester Mary. Familie Tribus und Christine Losso werden persönlich hinfliegen, um das Geld zu übergeben. In ihrer Willkommensrede dankte Christine allen von Herzen, die an dem Gelingen dieses Abends kostenlos mitgearbeitet haben, und das waren viele. Bereits Wochen vor der Entscheidung, ob die Psayrer (Klaus und Jonny Gurschler, Peter Santoni) mit Barbara Dorfer an dem Grandprix teilnehmen durften, hatten sie ihren Auftritt schon fest zugesagt. Dank erging auch an Doris und Walter Stieger, Besitzer der „Laterne“ in Rabland, mit ihrem gesamten Team, an Firmenchef Peter Schreyögg, die Alpenamigos (sie sorgten für Musik bis zur Rückkehr der Psayrer aus Österreich), an Schorsch vom „Puschtra Blut“ (Humor, Witze und Späße) und an die unzähligen Freunde und Mitarbeiter. Nicht vergessen wurden auch die Privatsender Radio Sonnenschein, Teleradio Vinschgau, Radio 2000, Stadtradio Meran sowie Fotostudio 2000. Die Firma Autohaus Brenner AG, vertreten durch Werner Albrecht und der Direktion, sorgte für eine große Überraschung. Sie brachte einen nagelneuen VW-Kleinbus „Shuttle“ mit, dessen Schlüssel sie Barbara überreichten. Nun dürfen die Psayrer für ein Jahr (genau bis zum nächsten Grand Prix) ihre Reisen und Fahrten mit diesem Fahrzeug unternehmen. Christine Losso, Journalistin bei der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“ und „Die Südtirolerin“, feierte an diesem Tag ihren Geburtstag. Der Erfolg ihrer Arbeit und der Riesenapplaus waren sicher ein unvergessliches Geburtstagsgeschenk. Bereits fünf Mal war sie schon in Indien, um das richtige Projekt auszuwählen und dies dann auch in seiner Realisierung zu kontrollieren und aufzupassen, dass kein einziger Euro verschwindet. Ihr Interesse gilt aber nicht nur den indischen Waisenkindern, sondern auch den Straßenkindern in Brasilien; ihr nächstes großes Projekt betrifft die unterdrückten Frauen in Afrika oder die Witwen in Indien. Peter Tribus, Kaufmann in Meran und Vater von Nadia, hat mit seiner Frau Zita erschüttert die Geschehnisse nach dem Tsunami verfolgt, nicht nur, weil er seine Tochter dort wusste. „Hier sind wir weit weg, eine Spende alleine ist nicht ausreichend, sie kann die Not ein wenig lindern, heilt aber nicht das Herz“. Er musste einfach ein Projekt in Angriff nehmen, das von der öffentlichen Hand nicht unterstütz wird. In Indien sehen die Strukturen keine Gelder für Waisen und Witwen vor, im Gegenteil, den Witwen werden, wenn sie nicht zusammen mit ihren verstorbenen Ehemännern verbrannt werden, auch noch Kinder und Zuhause genommen. Er wird sich dafür einsetzen, dass den indischen Männern klar gemacht wird, was sie ihren Frauen antun und mit Gottes Hilfe wird es in naher Zukunft auch ein Heim für verstoßene Frauen und Witwen geben.
Christel Strasinsky
Vinschger Sonderausgabe

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