Auf einer Fläche von rund 200 ha soll in der Schludernser Ebene eine Beregnungs­anlage gebaut werden.

2 Millionen Euro fließen „quer“

Publiziert in 39 / 2012 - Erschienen am 31. Oktober 2012
Für den geplanten Bau der Beregnungsanlage „Ebnet“ fällte der Schludernser Gemeinderat am 23. Oktober eine wichtige Grundsatzentscheidung. Schluderns – Auf einer Fläche von über 200 ha soll in der Schludernser Ebene eine Beregnungsanlage errichtet werden. Um das Vorhaben umzusetzen, ist die Landwirtschaft auf Förderungen angewiesen. Die Gemeinde ist bereit, das Vorhaben mit einer Querfinanzierung zu unterstützen, sprich mit einem Teil der zu erwartenden Einnahmen aus dem geplanten Wasserkraftwerk Konfall. Dieses Kraftwerk soll zu 100 Prozent von der Gemeinde gebaut und auch geführt werden, „also ohne SEL,“ wie Bürgermeister Erwin Wegmann präzisierte. Der Bau des Kraftwerks kostet rund 5 Mio. Euro. Die Nennleistung liegt bei 998 kW. Es wird mit einer Jahresproduktion im Wert von ca. 1 Mio. Euro gerechnet. Weil laut Wegmann Hand in Hand mit dem Bau der Beregnung Wasser eingespart wird, kann den Schludernser Auen mehr Wasser zugeführt werden, „was wir aus ökologischer Sicht nur begrüßen können.“ Laut der mehrheitlich ge­fassten Grundsatzentscheidung wird das Beregnungsprojekt über das gemeindeeigene E-Werk mit 10 Jahresraten zu je 200.000 Euro mitfinanziert. Laut Mirko Stocker ist diese Summe zu hoch: „Früher wurde von 1,5 Millionen gesprochen, jetzt sind es 2.“ 500.000 Euro seien kein Pappenstiel, ­„außerdem gibt es nirgends so hohe Förderungen wie in der Landwirtschaft, nämlich zwischen 75 und 80 Prozent.“ Zu bedenken gab Stocker auch, „dass hier nicht Grünland gefördert wird.“ Andreas Hauser, Gemeindereferent und Bauernbundortsobmann, sagte, dass es sich beim Großteil der Flächen um Grünland handle und bei ca. 30 ha um Obstbauflächen. Vor allem infolge der Querfinanzierung seien die Kosten des Beregnungsbaus für die Grundbesitzer zumutbar. Errichtet werden soll die Beregnungsanlage vom Bonifizierungskonsortium Vinschgau. Bestimmte Wasserwaale sollen bestehen bleiben. Die endgültige Entscheidung werden die rund 300 Grundbesitzer noch heuer fällen. Die Anregung von Heiko ­Hauser, Elmar Koch und anderen Räten, wonach die Querfinanzierung erst dann anlaufen soll, sobald das E-Werk in Betrieb ist, wurde im Grundsatzbeschluss mit eingebaut. Ebenfalls festgelegt ist, dass eventuelle künftige Förderbeiträge für die Beregnung oder Summen, die sich aus Abgeboten ergeben, von der Gesamtsumme der Querfinanzierung in Abzug gebracht werden. Bei der Beschlussfassung stimmte Mirko Stocker mit Nein, Harald Thanei (Freiheitliche) enthielt sich der Stimme. Der Gemeindereferent Alexander Telser pochte darauf, das E-Werk möglichst rasch zu bauen: „Je früher desto besser.“ Für klare Regeln beim Obstanbau Im Zuge der Diskussion über die Querfinanzierung für die Beregnungsanlage brachte ­Mirko Stocker auch das Thema der Abstände von Obstbauflächen zu Wohnhäusern, Straßen und Wegen zur Sprache. Sein Vorschlag, hier im Sinne der Prävention rechtzeitig klare Regeln festzulegen, stieß auf breite Zustimmung, unter anderem auch bei BM Erwin Wegmann. Auch Heiko Hauser und weitere Räte meinten, dass es dem Gemeinderat obliege, klare Regeln festzulegen. Die Vorarbeit soll eine noch einzusetzende Arbeitsgruppe leisten. Der Gemeindereferent Andreas Hauser sagte, dass innerhalb der Landwirtschaft bei weitem nicht alle so denken, wie es oft angenommen wird. Die geltenden Abstände würden in der Regel eingehalten. Unter dem Punkt „Allfälliges“ äußerten Heiko Hauser und weitere Räte Bedenken in Bezug auf ein Projekt am „Gschneir Waal“. Entlang eines Teilstücks sollen zusätzlich zum offenen Waal Rohre verlegt werden. Die Baukommission lehnte das Projekt bereits einmal ab. „Nun wurde es in mehr oder weniger gleicher Form noch einmal vorgelegt,“ sagte Erwin Wegmann. Er informierte auch darüber, dass das Projekt auch unter den direkt Beteiligten umstritten sei. IMU-Hebesatz gesenkt, Freibetrag erhöht Der Gemeinderat hat auch beschlossen, den IMU-Hebesatz für Erstwohnungen für 2012 von 4 auf 3,7 Promille zu senken. Weiters wurde eine Erhöhung des Freibetrages für Erstwohnungen von 200 auf 350 Euro beschlossen. Der Hebesatz für die Wirtschaftsbetriebe wurde von 7,6 auf 6 Promille gesenkt. Erwin Wegmann sprach angesichts des engen Spielraums, den die Gemeinde in punkto IMU hat, von einer „halbwegs akzeptablen Lösung für die Bürger und die Betriebe.“ Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner

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