Im Bild (von links): Josef Prantl (Vize-Obmann), Christine Schönweger (Schriftführerin), Landeshauptmann Luis Durnwalder und Leo Forcher (Obmann)

23. Vinschgauer Gebietsweinkost

Publiziert in 10 / 2006 - Erschienen am 17. Mai 2006
Bereits zum 23. Mal hat der Vinschger Weinbauverein, der mittlerweile 260 Mitglieder zählt, die Gebietsweinkost veranstaltet und heuer fand sie vom 3. bis zum 6. Mai statt. Ursprünglich hatte die Verkostung in Gasthöfen stattgefunden und war dann jahrelang auf Schloss Goldrain abgehalten worden, aber heuer ist sie als Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Weinbauern und Gastronomen wieder ins Gasthaus zurückgekehrt und die großzügigen Räume des Hotels Vinschgerhof in Vetzan erwiesen sich als geeignete Kulisse. Weinbauern und Ehrengäste, zu denen auch Landeshauptmann Luis Durnwalder zählte, wurden mit einem Glas Vinschger Sekt begrüßt. Nach der Begrüßungsrede seitens des Obmannes Leo Forcher sprach der Landeshauptmann von der guten Qualität der Südtiroler Weine im Allgemeinen und dann hob er die Eigenartigkeit der Vinschger Weine hervor. Der Chor des Weinbauvereins umrahmte die Veranstaltung mit zahlreichen Liedern über das „göttliche Getränk“ (hatte doch Jesus selbst bei der Hochzeit von Kanaan Wasser in Wein verwandelt). Zur Eröffnungsverkostung war ein Müller Thurgau aus Vetzan gewählt worden. Christine Schönweger (Schriftführerin) stellte die 87 zur Verkostung ausgewählten Weine vor, die meisten Jahrgang 2005, unter denen 46 Weißweine waren, darunter auch alte Sorten wie Fraueler und Heunisch. Zu den Rotweinen zählte unter anderem der in den Mittelpunkt der heurigen Weinverkostung gerückte Blauburgunder. Wie Martin Pohl vom Köfelgut in Kastelbell erklärte, wird er erst seit etwa einhundert Jahren im Vinschgau angebaut und macht heute 15 Prozent des hiesigen Sortenspektrums aus. Es war auch ein Blauburgunder Jahrgang 2004, der zum „König der heurigen Weinverkostung“ gekürt worden war. Sigmund Kripp von der „Stachlburg“ in Partschins konnte den Krug des Weinbauvereins in Empfang nehmen. Sein Blauburgunder aus biologischem Anbau war von dem Ausschuss des Weinbauvereins und Experten der Laimburg als bester Wein aller dieses Jahr vorgestellten Weine erklärt worden. Wie Kripp selbst sagte, habe das Jahr 2004 einen der schönsten Weine produziert und zeige, zu was der Vinschgau fähig ist. Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse, anfangs trocken und lang andauernde Kälte, dann viel Wind und wenig Niederschläge, die kräftiger erst Anfang September einsetzten, die aber dank des gut durchlässigen Bodens keinen Schaden angerichtet hatten, konnten zur Hauptlesezeit meist gesunde Trauben geerntet werden. Es sei auch dem Wind zu verdanken, dass im Vinschgau Pilzkrankheiten fast unbekannt seien. Ein ganzer Nachmittag war dem Blauburgunder gewidmet worden. Erwin Eccli von der Laimburg hielt einen interessanten Vortrag über die Geschichte, Entwicklung, Anbau, die verschiedenen Anbaugebiete in Europa, Pflege, Vor-Mazeration und der Kunst der Verkellerung dieses guten Weines. Er bezeichnete ihn, wie auch am Tag vorher schon Martin Aurich vom Unterortl/Juval, als „Nischenwein“, der sich auch auf internationalen Verkostungen gut behaupten kann und stets zu den ersten acht genannten Sorten zählt. Er eignet sich für den Anbau ab 400 Meter und an der Sonne ausgesetzten Hängen. Bei der ersten Gebietsweinkost 1983 waren nur vier Blauburgunder vorgestellt worden, heuer waren es bereits elf der Jahrgänge 2003 und 2004. Nach dem Vortrag begann die Verkostung von 13 besonderen Blauburgundern aus dem In- und Ausland und Eccli gab über jeden dieser Weine Erläuterungen bezüglich Herkunft, Anbaugebiet, Kellerei und Qualitäten. Die beiden letzten Tage der Gebietsweinkost war der Stehverkostung gewidmet.
Christel Strasinsky
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.