„A frretts Präatl ...“

Publiziert in 25 / 2013 - Erschienen am 10. Juli 2013
Wir kennen die Situation alle. Zuerst wird einmal gejammert, geschimpft oder protestiert. Nie und nimmer könne man einverstanden sein und akzeptieren, was man zutiefst ablehnt. Dies gilt für den durchschnittlichen Alltag ebenso wie z. B. für Wissenschaft oder Politik. Dass es dann oft ganz anders kommt, sagt eine Menge über uns Menschen aus – im positiven wie im negativen Sinne. So werden aus überzeugten Gegnern mitunter glühende Verehrer, manchmal über die Zwischenstufe der Gleichgültigkeit, manchmal aber auch ohne diese. Warum man seine Meinung so problemlos radikal ändert, ist eine faszinierende Frage. Vielleicht ist es so zu verstehen, wie im Falle des deutschen Politikers Konrad Adenauer, der auf eine plötzliche und für manchen unverständliche Kehrtwendung sinngemäß geantwortet haben soll „Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“ Noch bemerkenswerter sind allerdings die sprachlichen Bilder, die wir zur Beschreibung solcher Situationen verwenden. Der Dialektsprecher kennt (wie so oft) ein besonders schönes: „A frretts Präatl håt a siaßes Rantl.“ z
Christian Zelger
Christian Zelger
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.