Im Bild (von links): Hansjörg Dietrich, Umweltmanager Rudolf Andri, der für Abfall- und Abwasserwirtschaft zuständige Bezirksreferent Hubert Pinggera, Konrad Raffeiner, Andreas Tappeienr, Arno Lamprecht, Kanzlist Not Manatschal, Robert Faes und Ing. Stephan Bauer, Techniker der Bezirksgemeinschaft.

Abwässer passieren die Grenze

Publiziert in 33 / 2012 - Erschienen am 19. September 2012
Die Abwässer aus dem Val Müstair werden ab dem Sommer 2013 in die Kläranlage nach Glurns geleitet: Ein Musterbeispiel guter Nachbarschaft. Schlanders – Nach zweijährigen Vorbereitungen und Hochrechnungen war es am 13. September soweit: Arno Lamprecht, Präsident der Gemeinde Val Müstair, und Bezirkspräsident Andreas Tappeiner unterzeichneten im Haus der Bezirksgemeinschaft den Vertrag zur Ableitung der Abwässer aus dem Val Müstair in die Kläranlage nach Glurns. Von der Kapazität her ist die Anlage in Glurns auf 30.000 Einwohnergleichwerte (EGW) ausgelegt und ist daher mit den 22.000 EGW im derzeitigen Einzugsgebiet nicht voll ausgelastet. Zumal die Abwässer aus dem Val Müstair rund 4.000 Einwohnergleichwerten entsprechen, „haben wir auch in Zukunft immer noch einen Spielraum“, sagte Tappeiner. Die Bezirksgemeinschaft erwarte sich von der Abwasserableitung eine Verbesserung der Betriebsabläufe und eine Einsparung der Betriebskosten von rund 8 Prozent. Die Gemeinde Val Müstair trägt die Zusatzkosten, und zwar in Form einer Beteiligung von 13,33 Prozent an den Gesamtausgaben. Hierfür hatten Hansjörg Dietrich, der Leiter der Umweltdienste, Robert Faes, der Direktor im Landesamt für Gewässerschutz, und Ing. Anton Waldner zusammen mit Konrad Raffeiner, Generalsekretär der Bezirksgemeinschaft, sowie Fachleuten aus dem Val Müstair ausgeklügelte Hochrechnungen angestellt. Arno Lamprecht sprach von einem Freudentag: „Das ist eine gute und vernünftige Lösung.“ Im Val Müstair, wo für ca. 3 Mio. Schweizer Franken eine neue Anlage hätte gebaut werden müssen, war über die Ableitung der Abwässer nach Glurns im Vorfeld ziemlich kontrovers diskutieret worden. Die Entscheidung für die Ableitung wurde auf einer Gemeindeversammlung getroffen. Auf Schweizer Seite ist noch ein Leitungsstück bis Puntweil zu bauen, von Puntweil abwärts ebenfalls. Im Sommer 2013 sollen die Abwässer fließen. Die grenzüberschreitende Vereinbarung zwischen dem Val Müstair und der Bezirksgemeinschaft kann als Beispiel einer guten Nachbarschaft und als Vorbild zur Schaffung von Synergien angesehen werden. Josef Laner
Josef Laner
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