Bauen, Sanieren und dabei Energie sparen

Publiziert in 4 / 2013 - Erschienen am 6. Februar 2013
EURAC-Institut informiert in Taufers i. M. über ­Beratungsmöglichkeiten beim Bauen und energetisch richtigen Sanieren. Taufers i.M. - Auf Initiative von Vize-BM Roselinde Koch Gunsch hielt das Institut für Public Management (EURAC) kürzlich in Taufers eine Veranstaltung zur energetischen Bau- und Sanierungsberatung ab. BM Hermann Fliri freute sich über das große Interesse der Bürger/innen. Auch einige Gemeinderäte waren im voll besetzten Ratssaal zu sehen. Katharina Niedermüller von der EURAC bzw. von der Uni Innsbruck stellte ihre Forschungsarbeit über die bestehenden Beratungsmöglichkeiten im Vinschgau vor. Sie berichtete, dass wir zwar in Südtirol eine Zunahme der Siedlungsfläche haben, aber auch das Ärgernis von viel leerstehender Kubatur. Überdies sind 75% der Bausubstanz von ständig bewohnten Wohnungen älter als 30 Jahre, was einen großen, energetisch sinnvollen Sanierungsbedarf erforderlich macht. Dies werde auch von den Bürgermeistern im Vinschgau bestätigt. Eine ganze Reihe von Organisationen geben Beratung: der LVH mit der Reihe „Schlau gebaut“, die Architekturstiftung Südtirol, das Amt für Landschaftsschutz, der Heimatpflegeverband, aber auch die Ämter für Wohnbauförderung und Energieeinsparung, die „Arche“ im KVW, das Denkmalamt, die Klimahausagentur und die Raiffeisenbanken. Beratungsthemen sind hauptsächlich Steuervergünstigungen und Förderungen, Denkmal- und Ensembleschutz, Eignung von Baustoffen und Kreditberatung. Für viele interessant sind die möglichen Absetzbe­träge wie die 30%igen bzw. 80%igen Landesbeiträge für energiesparende Maßnahmen, der 36%ige bzw. 50%ige Steuerabzug für Sanierungsarbeiten an Wohnungen und Wohngebäuden, der bis Ende Juni 2013 befristete 55%ige Steuerabzug für Sanierungsmaßnahmen und der Kubaturbonus für energetische Gebäudesanierung. Beratungsdschungel Bei der Diskussion, moderiert von EURAC-Mitarbeiter Josef Bernhart, nahmen Vertreter verschiedener Beratungsorganisationen Stellung zur derzeitigen Situation. Dabei wurde klar, dass es als Folge der komplexen Situation beim energetischen Bauen und Sanieren auch einen Beratungsdschungel gibt. Es wäre für den Betroffenen angenehm, wenn er einen einzigen Berater für die verschiedenen Aspekte des Bauens hätte. Kritik wurde von den Experten an der Tatsache geübt, das der Bau von Photovoltaikanlagen als Folge der großzügigen öffentlichen Förderung so ausgeufert ist. Auch der Wunsch nach aktuellen Wiedergewinnungsplänen als Instrument der Raumordnung wurde eindringlich geäußert. Weiter wurde die Menge der unterschiedlichen Bestimmungen kritisiert, die sich als oftmals kaum überwindbare Hürde vor den Bauherrn auftürmen. Es wurde auch eine Änderung der Richtlinien gefordert, damit es wesentlich günstiger wird, zu sanieren ansatt neu zu bauen. Friedrich Haring
Friedrich Haring
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Vinschger Sonderausgabe

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