Die Südtiroler Kulturböden sind laut der Studie „SoilDiv“ von EURAC und Uni Innsbruck sehr gesund und weisen eine hohe Dichte an Bodentieren auf.Foto: VI.P, Gianni Bodini

Böden sind gesund und artenreich

Publiziert in 7 / 2014 - Erschienen am 26. Februar 2014
Aspekte zum Obstbau im Obervinschgau (Teil 5 von 6) Obervinschgau - Die landwirtschaftlich genutzten Böden in Südtirol sind dicht von Bodentieren besiedelt. Im Rahmen des Forschungsprojektes „SoilDiv“ stellten Wissenschaftler der ­Europäischen Akademie Bozen und des Instituts für Ökologie der Universität Innsbruck den Südtiroler Kulturböden ein gutes Zeugnis aus. Die Forscher untersuchten 2011/12 mittels Bodenproben die Artenvielfalt in den bewirtschafteten Böden in Südtirol. Demnach sind die Böden sehr dicht von Bodentieren wie Würmer, Käfer, Spinnentiere oder Insektenlarven besiedelt. Nachhaltige Bewirtschaftung Die vorgefundene Artenvielfalt ist für die Forscher ein wichtiger Indikator für die Qualität und nachhaltige Bewirtschaftung der Böden. Die Kulturböden bieten den Bodentieren offensichtlich einen guten Lebensraum. Dazu gehören eine gute Versorgung mit Nahrung, Feuchtigkeit und organischem Material wie Mulch, aber auch eine schonende Bearbeitung und ein ausgeglichener pH-Wert. Die Auswertungen ergaben, dass auch die Böden der intensiven Obst- und Weinkulturen sehr gesund und lebendig sind. Für die Forscher war es ein überraschend gutes Ergebnis. In den Obstwiesen wurden im Durchschnitt 2.900 Bodentierchen pro Quadratmeter gezählt. In biologisch bewirtschafteten Böden ist die Individuendichte noch höher. Die Ursache für den guten Zustand der Obstbauböden sehen die Forscher im integrierten Anbau. Der deutlich niedrigere Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Einbeziehung von natürlichen Bekämpfungsmethoden sichern offensichtlich den guten Zustand der Böden. Bauern sind Bienen wichtig Neben den Böden will der integrierte Obstanbau auch Nützlinge, und hier ganz besonders die Bienen, schützen. Der Obstbau braucht die Bienen und umgekehrt. Bienenstöcke werden oft neben Obstanlagen gestellt, damit die Bienen Blütennektar finden. Umgekehrt sorgt die bessere Bestäubung der Apfelbäume für eine gute Ernte. Ein guter Zustand der Bienenvölker ist daher im ureigenen Interesse der Bauern. In Bezug auf den Pflanzenschutz gibt es eigene Bestimmungen zum Schutz von Bienen. In den Bienenflugzeiten dürfen keine bienengefährlichen Mittel ausgebracht werden. Ebenso untersagt ist das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln in der Zeit der Blüte, je nach Mittel auch in der Vorblüte. Für die Einhaltung der Bienenschutzzeiten gibt es Kontrollen. Obstbau- und Imkerverbände tauschen sich regelmäßig über den Zustand der Bienenvölker aus. Wenn Probleme auftauchen, werden sie im ­Dialog behandelt. Der Bauernbund spricht sich auch für eine stärkere wissenschaftliche Begleitung aus und befürwortet einen Ausbau des Bienen-Monitorings an der Laimburg. Nicht einverstanden ist der Bauernbund, wenn Realitäten aus anderen Ländern auf Südtirol bezogen und den heimischen Bauern vorgeworfen werden. Bauernbund Vinschgau
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