Das Erfolgsmodell „Jugendclub Spunk”

Publiziert in 14 / 2005 - Erschienen am 21. Juli 2005
Der Mensch lebt und erlebt seine Persönlichkeit nicht alleine, sondern in der Gesellschaft. In der Folge bilden sich verschiedenste Gesellschaftsstrukturen, wobei in Südtirol die Vielzahl der ehrenamtlichen Vereine auffällt, die unser Land, seine Kultur und Geschichte prägt. Dabei folgen der Aufbau und der Zweck der Gesellschaftsvereinigungen keineswegs einem Paradigma. Ganz im Gegenteil sind die Gründe zur Bildung eines Vereines mannigfaltig. So kam es 1998 in Schlanders zur Gründung des Jugendclubs Spunk. Die 15 jugendlichen Gründungsväter haben den Mangel an offener Jugendarbeit erkannt und wollten aus Eigeninitiative einen unabhängigen Verein bilden. Dieser sollte sich um die Organisation von Veranstaltungen kümmern, zumal im Vinschgau unter dem hohen Druck der Bürokratie Jugendpartys nur mehr sehr schwer möglich waren. Zudem erkannte man die Notwendigkeit zur Schaffung eines Jugendzentrums, um der Jugend einen Treffpunkt außerhalb der Gastlokale zu bieten. Dank der aktiven ehrenamtlichen Arbeit konnte der noch junge Verein bei Partys schnell Erfolge verzeichnen. Die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich an und der Club wurde mehr und mehr Ansprechpartner für Jugendfragen. So wurde der Jugendclub Spunk von der Gemeindeverwaltung bei Beratungen gerne hinzugezogen. Die Aktivitäten des Vereines sind vielfältig. Die Palette reicht von der Organisation von Partys, Kursen und Reisen bis hin zur Teilnahme am Dorfgeschehen bei Umzügen und vielen weiteren Veranstaltungen. Jugendliche finden so eine wichtige Plattform, um sich auszutauschen und sich selbstständig ins Dorfgeschehen einzubinden. Interessantes Detail ist, dass sich auch einige Eltern für den Jugendclub begeistern und bei Veranstaltungen nur mehr schwer wegzudenken sind. Die arbeitsintensivste Veranstaltung des Jugendclub Spunk ist das Matscher Au Open Air, bei dem seit vier Jahren alljährlich etwa 1.300 Besucher gezählt werden. Heuer ist es am Samstag, 6. August, wieder soweit. Stargast wird heuer Skarface aus Paris sein. Festzustellen ist, dass die Veranstaltungen des Jugendclubs manchmal auf Kritik stoßen, wobei allerdings die positiven Aspekte klar überwiegen. Das Open Air zeigt das Potential jugendlicher Begeisterung: 79 Ehrenamtliche arbeiten, um eine Veranstaltung mit hohem Qualitätsniveau zu bieten. Ab heuer soll ein Teil des Gewinnes sozialen Projekten gewidmet werden. Der Jugendclub Spunk wurde von Seiten des Steuerzahlers nie subventioniert, er ist also ein völlig unabhängiger, ehrenamtlicher und selbstständiger Verein. Ein Erfolgsmodell eben, wie es sie in Südtirol einige gibt, deren es aber mehrere geben könnte. Für weitere Informationen zum Jugendclub Spunk, e-mail: jugendclub-spunk@gmx.net
Werner Wallnöfer
Vinschger Sonderausgabe

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