Marmorblöcke auf dem Gelände der „Göflaner Marmor GmbH“ in Schlanders.

„Das ist ein Meilenstein“

Publiziert in 21 / 2012 - Erschienen am 30. Mai 2012
Die Forststraße in Göflan, über die der Marmor aus dem Wantlbruch per LKW zu Tal transportiert wird, steht nun unter der „Hoheit“ der Gemeinde. Göflan/Schlanders - Mit 17 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen genehmigte der Gemeinderat von Schlanders am 24. Mai die Umklassifizierung der Forststraße in eine Gemeindestraße. Für die Ermächtigung zum Marmorabtransport ist somit nicht mehr der Landeshauptmann, sondern der Schlanderser Bürgermeister zuständig. Wie berichtet, erachten die Fraktion Göflan und die Gemeinde Schlanders einen Abtransport über die Transportanlagen in Laas sowohl aus wirtschaftlichen als auch öko­logischen Gründen für nicht sinnvoll. BM Dieter Pinggera und Fraktionspräsident Erhard Alber unterstrichen, dass man in Abstimmung mit der Nationalpark- und Forstverwaltung an der bisherigen restriktiven Transportregelung festhalte. Die Grundeigentümer haben die Umklassifizierung - bei einer einzigen Ausnahme - unterzeichnet. Diese Ausnahme hat laut Generalsekretär Georg Sagmeister keine Relevanz. Als rechtliche Grundlage für die Umklassifizierung sei die wesentliche Bedeutung angeführt worden, die der Marmorbruch in Göflan für die Gemeinde hat. Warten auf Öko-Studie Auch das Einverständnis des Nationalparks ist einzuholen. Auf die Ökostudie, mit deren Ausarbeitung die Fraktion einen Professor aus Wien beauftragt hat, heißt es noch ca. 6 Monate zuwarten. Sollte die Studie ergeben, dass es umweltmäßig besser ist, den Marmor über die Straße zu Tal zu bringen als über die Anlagen in Laas, dürfte der Nationalpark laut Dieter Pinggera sein Einverständnis geben. Ob es gegen die bisher gesetzten Schritte für einen endgültigen Straßenabtransport über Göflan Rekurse geben wird, ist ebenfalls abzuwarten, dürfte aber wahrscheinlich sein. Martin Daniel und Hansjörg Gluderer (beide „Für Schlanders“) enthielten sich der Stimme. „Wir sind nicht generell dagegen, sondern wollen die Studie abwarten,“ sagte Daniel. Erhard Alber dankte der früheren und jetzigen Gemeindeverwaltung für den Einsatz: „Der heute im Gemeinderat gefällt Beschluss ist ein Meilenstein.“. Anfrage im Landtag Pius Leitner, Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen, hat unterdessen eine Anfrage im Landtag eingebracht. Es habe den Anschein, dass die Abmachung, wonach die Schrägbahn als gemeinsame Abtransportstruktur genutzt werden sollte, nun nicht mehr gelte und die Gemeinde Laas nun wohl gezwungen wäre, die Straße für den Abtransport freizugeben. Wettbewerbsverzerrung Laut dem Laaser Bürgermeister Andreas Tappeiner führen die in Schlanders gefällten Entscheidungen zu einer Wettbewerbsverzerrung. Trotzdem werde man in Laas an den bisherigen Transportstrukturen festhalten „und dies auch von unseren Akteuren einfordern.“ Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner

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