Opa Norbert mit Leander Regensburger

Das Mühlrad dreht sich wieder

Publiziert in 5 / 2005 - Erschienen am 17. März 2005
Im Rahmen von Landschaftspflegemaßnahmen, welche das Wiedererrichten von den für das Martelltal typischen Schindeldächern, Holzzäunen und Trockenmauern vorsehen, wurde auch die Renovierung und Wiederinstandsetzung einer kleinen Mühle in der Nähe von Martell Dorf in angriff genommen. Diese Stockmühle "Soi Reith" ist im Besitz der Familie Holzknecht und gehört zum Soi Reith Hof. Gemeinsam mit culturamartell ist es der Familie gelungen, diese am 1. März der Öffentlichkeit vorzustellen. Der Einladung gefolgt waren neben Bürgermeister Peter Gamper und dem Gemeindeausschuss sowie Vertretern des Tourismus auch Außenamtsleier Wolfgang Platter vom Nationalpark Stilfserjoch. Die Mühle liegt etwas unterhalb des Hofes, nur durch einen steilen Fußweg erreichbar. Errichtet wurde sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 70er Jahre unseres Jahrhunderts hat sie ihren Dienst getan. Das Getreide musste über den steilen, teils abschüssigen Steig vom Hof herunter getragen werden und nach dem Mahlvorgang das Mehl wieder zum Hof zurückgetragen werden. Vor 10 Jahren ergriffen Leander Regensburger mit Hilfe seines Bruders Manuel und seines Großvater Norbert Holzknecht nun erste provisorische Maßnahmen zur Restaurierung der Stockmühle, um das noch gut erhaltene Mühlwerk und das Dach vor dem Einsturz zu retten. Viele mühevolle Freizeit- und Wochenendstunden wurden in dieses Projekt gesteckt, das wohl in erster Linie aus persönlicher Motivation der Familienangehörigen entstand. Erst im Jahr 2001 konnten schließlich die Seiten- und Hintermauern neu errichtet werden. Gleich darauf folgte dann die Restaurierung des Daches, das mit Lärchenschindeln das orginale Landschaftsbild bewahren sollte. Zu guter Letzt wurde auch die gesamte Mühle zerlegt und orginalgetreu wieder zusammengestellt. Faule, morsche beziehungsweise kaputte Teile wurden ersetzt und detailgetreu nachgebaut. Ohne fremde Hilfe und ohne professionelle Handwerker konnte die Familie Holzknecht die Stockmühle wieder auf Vordermann bringen. Nächstes Ziel ist es nun, die Mühle wieder mahlen zu lassen um vielleicht irgendwann mit dem selbst gemahlten Korn eigenes Brot herzustellen. Um dieses Zeugnis bäuerlichen Lebens niemandem vorzuenthalten, plant Culturamartell im Sommer 2005, diese Stockmühle für Besucher und Interessierte zugänglich zu machen. Die Führung beinhaltet eine Präsentation zum Thema "Landschaftspflege im Nationalpark" und eine anschließende abendliche Wanderung zur Mühle. Die Termine für die Mühlenbesichtigung sind folgende: 26. Juni, 24. Juli, 14. August und 4. September, jeweils Sonntagabend um 20.00 Uhr.
Monika Feierabend

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