Projektpräsentation mit Direktor Andreas Bordiga, Vizebürgermeisterin Sibille Tschenett, Brigitte Höller und Joachim Winkler, Lehrer an der Mittelschule; vorne Thomas Ceol, Tobias Stampfer, David ­Schönegger, Anna Stecher, Franziska Peer, Leonie Ortler und ­Lisa Sagmeister (von links).

Das Paradies ganz in der Nähe

Publiziert in 25 / 2012 - Erschienen am 27. Juni 2012
Malser und Tartscher Schüler schauten sich um und entdeckten in der „Hoache“ eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft, die es zu erkunden und zu erhalten gilt. Mals - „Vor dem großen Projekt an meiner Schule bin ich mit den Eltern nur ab und zu in die ­‚Hoache‘ spaziert, nicht um die Natur zu erkunden, sondern um zum Spielplatz im Wald zu kommen“, erzählte Elias Meßner. Seine Klassenkameradin Franziska Peer war eher selten in der Hoache. „Wenn, dann eher, weil zufällig meine Freundin Anna Stecher unter der Hoache wohnt und weil es dort keine Autos gibt und man gut spazieren gehen kann“, sagte sie. Die beiden Schüler aus dem Sport-Zug der Mittelschule Mals gehörten zur so genannten Pressegruppe und hatten von einem Projekt zu berichten, an dem sich die 1D, die 1C und 2C der Mittelschule Mals, die Grundschule Mals und die Grundschule Tartsch zwischen Mitte April bis 1. Juni beteiligten. Elias, Franziska und ihre Freunde merkten erst allmählich, wie wichtig es war, auch ihre Eltern auf dem Laufenden zu halten und die Erwachsenen außerhalb der Schule zu informieren. Dazu mussten sie sich selbst erst ein Bild machen. Sie mussten wissen, dass zur Hoache die hohen Äcker auf fast 1.100 Höhenmetern über Mals und Tartsch gehören. Und sie mussten sich mit so unbekannten Begriffen wie Naherholung, Nachhaltigkeit oder Biodiversität, auf Deutsch Artenvielfalt, auseinandersetzen. Von Schlüsselbegriffen war die Rede, zu denen auch die Wörter Landwirtschaft, Direktvermarktung, Kulturlandschaft und Tourismus gehörten. Die Pressegruppe mit Betreuerin, Lehrerinnen und Lehrer hatten sich außerhalb der schulischen Freiarbeit in die Hoache begeben. Sie hatten zu verstehen, dass mit dem Interreg IV-Projekt über die Staatsgrenze bei Taufers im Münstertal hinweg Eidechsen in einer Malser Trockenmauer europäische Bedeutung bekamen und dass sich die Sanierung eines aufgelassenen Waales bis zu den Kaufleuten im Dorf auswirken kann. Nach und nach wurde den Schülern klar, dass man sich an Experten außerhalb der Schule wenden konnte, dass ihr Lehrer und Biologe Joachim Winkler mit dem Gemeindereferenten und Bauer Josef Thurner, mit dem Förster Albert Pritzi, dem Bienenexperten Hubert Stille­bacher, mit dem Botaniker Thomas Wilhalm zusammenarbeiteten. Es war die Aufgabe der Pressegruppe, das Programm der Projektwochen und die damit zusammenhängenden Arbeitsaufträge und Gruppeneinteilungen an den Schulen mitzuteilen. Neben den Begehungen und den Vorträgen hatten sich die Mittelschüler in verschiedene Rollen einzuleben. Den angenommenen Kaufleuten waren der Straßenausbau und die Parkplätze ein Thema. Die Umweltschützer wollten sich für den Erhalt der Lebensräume einsetzen und waren für den sanften Tourismus. Die Bauern waren dreigeteilt in Vieh-, Obst- und Biobauern. Ebenfalls drei Interessensgruppen fanden sich unter den Touristikern. Da waren die Bio-Hotel-Besitzer, die Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof und die 100-Betten-Hotel-Besitzer. Sie alle durften vor Bürgermeister Ulrich Veith und Vizebürgermeisterin Sibille Tschenett ihre Standpunkte vorbringen und für ihre Interessen argumentieren. Dazu trugen die Grundschüler aus Tartsch die Begehung der Hoache in Versform vor und die Grundschüler von Mals berichteten über die Bedeutung des Waldes. Bürgermeister Veith persönlich moderierte eine Podiumsdiskussion im Dorfanger, an dem sich die Interessengruppen beteiligten und bei der es um lokale Wertschöpfung und öffentlichen Nachverkehr ging. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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