Am Dorfplatz in Prad wird zurzeit emsig gearbeitet.

Debatte um Dorfplatzgestaltung

Publiziert in 40 / 2012 - Erschienen am 7. November 2012
Die Neugestaltung des Dorfplatzes in Prad war am 29. Oktober Gegenstand einer ausführlichen Diskussion im Gemeinderat. Prad - Wie berichtet (Der Vinschger Nr. 38/12) hatte die Liste FÜR PRAD einen Antrag eingebracht, wonach die planerischen und baulichen Maßnahmen erst dann fortgesetzt werden sollten, sobald eine öffentliche Diskussion stattgefunden hat. „Was wir kritisieren, ist die Vorgehensweise - es handelte sich fast um ein Ad-hoc-Verfahren -, und das Fehlen eines Gesamtkonzeptes für den unteren und oberen Platzbereich sowie das Fehlen einer Lösung des Verkehrsproblems,“ fasste Annegret Rück die Argumente zusammen. BM Hubert Pinggera sagte, dass die Thematik seit 3 Jahren bekannt sei. Architekt Walter Dietl begleite die Bautätigkeit am Hauptplatz schon seit Jahren. Mit den Anrainern am Hauptplatz habe es 2011 zwei Treffen gegeben. Der untere Platzbereich werde auch in Zukunft autofrei bleiben. Dass dem seit einiger Zeit nicht so ist, sei auf die dortigen Bautätigkeiten zurückzuführen. Im oberen Bereich werde sich kaum etwas ändern, denn die dortigen Parkplätze lassen sich kaum streichen. „Neu hinzugekommen ist heuer, dass auf Wunsch der Musikkapelle im Eckbereich beim ‚Cafe am Platzl‘ ein in den Platz integriertes Po­dium entsteht,“ so Pinggera. „Hier hat die gesamte Kapelle Platz, diese Plattform eignet sich akustisch gut. Das bisherige Podium war stark dem Wind ausgesetzt. Das neue Podium wird größtenteils von privater Seite mitfinanziert,“ ergänzte der Referent Werner Egger. Den Vorwurf einer Hauruck-Aktion wies er zurück. Verkehrsbelastung befürchtet Dass zwischen dem Sennerei­gebäude und dem „Cafe am Platzl“ ein Supermarkt entsteht (MPreis) habe man laut Hubert Pinggera erst im Sommer erfahren. Die „überrumpelte“ Verwaltung habe daraufhin den Verkehrsexperten Winfried Theil beigezogen und die Umwelt- und Verkehrskommission mit dem Thema befasst. Die Bedenken der Anrainer, dass es speziell in der Silbergasse zu einem verstärkten Verkehrsaufkommen kommen könnte, sind laut Pinggera berechtigt. Der Referent Manfred Lechner stellte die von Theil vorgeschlagenen Maßnahmen vor. Theil habe sich klar dahingegehend geäußert, dass der Hauptplatz nicht der richtige Standort für einen Supermarkt sei. „Wir als Gemeinde haben da aber so gut wie keinen Einfluss,“ so Lechner. Es sei jetzt vorgesehen, einerseits den Zulieferverkehr zeitlich einzuschränken und andererseits auch den Kundenverkehr in einigermaßen geordnete Bahnen zu lenken. Demnach soll eine Ampelanlage die Autofahrer darauf aufmerksam machen, ob die Tiefgarage besetzt oder frei ist. Nichtsdestotrotz geht auch Lechner davon aus, dass die Anrainer der Silbergasse und des untersten Teils der St. Johanngasse mit Verkehrsbelastungen rechnen müssen. Der untere Bereich des Dorfplatzes werde nach dem Abschluss der Bautätigkeiten wieder autofrei bleiben. Der an der Engstelle zwischen dem oberen und unteren Bereich geplante Brunnen soll als Barriere für den Autoverkehr fungieren. Neben den Vertretern von FÜR PRAD prangerte auch Rita Brunner (SVP) das Fehlen eines Gesamtkonzeptes und einer öffentlichen Diskussion an. Dem FÜR PRAD-Antrag stimmte neben Annegret Rück und Karl Bernhart auch Alfred Theiner (Süd-Tiroler Freiheit) zu. Rita Brunner enthielt sich der Stimme. Alle weiteren SVP-Räte stimmten dagegen. IMU-Freibetrag erhöht Dem Vorschlag des Ausschusses, den Freibetrag für Erstwohnungen von 200 auf 280 Euro zu erhöhen, stimmte der Rat bei drei Gegenstimmen zu. „Es wäre angebracht gewesen, im Vorfeld alle Ratsfraktionen zu einem Treffen einzuladen,“ beanstandete Karl Bernhart. Der Bürgermeister kündigte an, im Haushalt Einsparungsmöglichkeiten ausloten zu wollen, um den Hauptwohnungsbesitzern und auch der Wirtschaft im nächsten Jahr vielleicht stärker entgegenkommen zu können. Ja zu Energiepark Prad hat in punkto erneuerbare Energien italienweit und darüber hinaus eine Vorreiterrolle übernommen. Zu verdanken ist dies laut Manfred Lechner vor allem dem E-Werk-Präsidenten Georg Wunderer. Auf dessen Initiative hin soll ein Energiepark entstehen. Lechner stellte das Konzept vor. Wertvolle Ideen hat bereits 2011 die Landschaftsplanerin Kathrin Kofler geliefert. Zumal die Gemeinde nun infolge eines Grund­tausches mit dem Land Eigentümerin des „Kleinen Mösls“ ist, werde dieses als Standort ins Auge gefasst. Gemäß einem Grobkonzept von Rupert Rosanelli sollen mehrere Bereiche berücksichtigt werden: Erholung, Didaktik, Produktion, E-Mobilität. Zur Kostenfrage, aufgeworfen von Alfred Theiner, meinte Lechner: „Wir erwarten uns für dieses innovative Projekt EU-Förderungen. Die Gemeinde wird eine Anschubfinanzierung leisten, danach soll sich der Energiepark selbst tragen.“ Nun werde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Ein Bestandteil des Parks ist bereits vor Ort: der Windradflügel, der lange Zeit auf der Malser Haide lag und vom E-Werk Prad für 1 Euro erstanden wurde. Der Grundsatzbeschluss für die Errichtung eines „Energiegartens“ fiel einstimmig. Thomas Rungg und weitere Räte sprachen von einem sehr interessanten und wichtigen Vorhaben für die Gemeinde Prad. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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