Im Bild (von links): Christina Bernhart, Josefa (Peppi) Prugger und Olga Stecher (beide SBO-Bezirksausschuss), Rosl Debiasi, Rosa Thaler, Hildegard Wallnöfer (verdeckt, SBO–Bezirksausschuss), Monika Rechenmacher, Ingeborg Rechenmacher (SBO-Bezirksausschuss, fehlt im Bild)

„Dem Leben Sinn zu geben, ist eine ständige Herausforderung“

Publiziert in 7 / 2006 - Erschienen am 5. April 2006
Burgeis – Bei der 25-Jahr-Feier der Südtiroler Bäuerinnenorganisation Bezirk Vinschgau (SBO) im Kulturhaus in Burgeis hat Landesbäuerin Maria Kuenzer über „Werte geben Sinn“ referiert. „Dem Leben Sinn zu geben, ist eine ständige Herausforderung und hört erst mit dem Tod auf“, sagte sie. „Wir sind nackt und besitzlos auf die Welt gekommen, so werden wir die Welt auch wieder verlassen“. Was wollte Maria Kuenzer mit diesen beiden starken Aussagen den über 200 anwesenden Bäuerinnen sagen? Das Leben ist wertvoll und kostbar, Wert bedeutet Kostbarkeit. Sie habe drei Fragen kürzlich im Bekanntenkreis gestellt: Was sind für Dich Grundwerte? Was sind für Dich persönliche Werte? Hast Du über Deinen Lebenssinn einmal oder öfters nachgedacht? Fragen, die nicht gleich beantwortet wurden. Kuenzer wies darauf hin, dass oft das Materielle, der Profit, Geld und Besitz die Werte vieler Menschen seien. Der Blick für das Wesentliche gehe oft verloren. Familie, Beziehung, Gesundheit, Zufriedenheit und Freude, das seien doch persönliche Werte, denn jede und jeder von uns sind einzigartig und jeder soll sich bewusst machen, wie er oder sie sein Leben lebt. „Es ist eine arme Gesellschaft, wenn nur Profit und Leistungen zählen“, verstärkte Kuenzer ihre Ausführungen. Ein Umdenken sei gefragt, das jeden einzelnen von uns betrifft. „Sinn erleben, heißt Werte verwirklichen“ vom Neurologen und Psychiater Viktor Frankl stand übrigens auf der Einladung zur Feier. Bezirksbäuerin Monika Rechenmacher blickte auf 25 Jahre Bäuerinnenorganisation im Vinschgau zurück und betonte die Zusammenarbeit, das Ehrenamt und die Verantwortung. Abt Bruno Trauner vom Kloster Marienberg hatte beim Wortgottesdienst auch von Werten gesprochen, und zwar von jenen des Hl. Benedikt. Einmal erinnerte er an die „zwei festen Säulen ora et labora“ (bete und arbeite), aber auch an die Stille als großen Wert nicht nur für Mönche, sondern für jeden Menschen, auf das aufeinander Hören, an den Gemeinschaftssinn und an die Ehrfurcht. Er sagte zudem: „Die Freude, die vom Herzen kommt, die strahlt man aus“. Der SBO - Bezirksausschuss hatte den Wortgottesdienst mitgestaltet sowie die Frauensinggruppe Graun. Durch den Nachmittag führten zwei junge Bläserinnen, Jennifer Blaas aus Graun und Kathrin Linser aus Matsch. Grußworte überbrachten die erste Bezirksbäuerin Rosl Debiasi, die ehemalige Bezirksbäuerin Christina Bernhart und die Landtagsabgeordnete Rosa Thaler sowie Landesrat Richard Theiner, der Bezirksobmann des Südtiroler Bauernbundes, Andreas Tappeiner, und der Landtagsabgeordnete Seppl Lamprecht. Die Bäuerinnen Frieda Weissenhorn vom Schlanderser Sonnenberg und Anna Kurz aus Eyrs blickten auch auf die 25 Jahre zurück. Monika Rechenmacher sprach allen einen großen Dank aus, unter anderem der Raiffeisenkasse Obervinschgau und dem Koch Manfred Ziernheld aus Burgeis.
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla
Vinschger Sonderausgabe

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