Der Mensch mit Behinderung und die Gesellschaft

Publiziert in 22 / 2004 - Erschienen am 18. November 2004
Der Mensch mit Behinderungen, seine Probleme im Alltag sowie seine besonderen Bedürfnisse im Arbeitsleben sind ein Bereich, der im Fach "Praktikum in Sozialeinrichtungen" in der dritten Klasse der Lehranstalt für Soziales genauer behandelt wird. Die Schülerinnen erhalten dabei theoretische Informationen über die verschiedensten Behinderungen, die unterschiedlichsten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie die einzelnen Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten, die es im Bereich "Behindertenbetreuung" gibt. Um den theoretischen Teil des Unterrichts abzurunden wird darauf geachtet, dass die Schülerinnen eine Einrichtung für behinderte Menschen auch persönlich kennen lernen. Am 22.Oktober 2004 war es soweit. Die Klasse 3A ASD besuchte gemeinsam mit der Fachlehrerin für das Fach Praktikum, Dorothea von Scarpatetti, die Werkstätten und die Wohnheime für Menschen mit Behinderungen in Schlanders. Aufgeteilt in zwei Gruppen und geführt von der Leiterin der Einrichtungen in Schlanders, Frau Moser, bzw. vom pädagogischen Leiter der Werkstätten, Herrn Ratschiller, erhielten die Schülerinnen einen Einblick in die unterschiedlichen Tätigkeiten und Aufgaben, welche die Lebenshilfe hier für behinderte Menschen anbietet bzw. wahrnimmt. Der Rundgang durch die Werkstätten ließ so manches Mädchen staunen: Dass Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen in der Lage sind, Körbe zu flechten, Teppiche zu weben oder Holzarbeiten herzustellen, konnten sich nicht alle vorstellen. Besonders interessant war es zu sehen, mit welchen extravaganten Hilfsmitteln, die sich die Betreuer einfallen hatten lassen, einige betreute Personen einzelne Teile von Türschlössern verpackten. Diese Verpackungsarbeit, die für die Firma Hoppe in Schluderns gemacht wird, sei für die behinderten Menschen besonders wichtig, betonte Herr Ratschiller, da sie für diese Arbeit auch entlohnt werden. Eigenes Geld zu verdienen, das man dann auch nach eigenem Belieben ausgeben kann, vermittelt den Menschen ein Gefühl von Wertschätzung und Unabhängigkeit. Welche Anforderungen der Beruf des Behindertenbetreuers mit sich bringen kann, erlebten die Schülerinnen in der Tagesstätte für Menschen mit Schwerstbehinderungen, in der zur Zeit zehn Personen betreut werden. Auch das Zusammentreffen mit einer ehemaligen Absolventin der Lehranstalt für Soziales, die gerade die Ausbildung zur Behindertenbetreuerin und Altenpflegerin abschließt und in der Einrichtung der Lebenshilfe ein mehrwöchiges Praktikum absolviert, gab den Schülerinnen einige Impulse für ihre Berufswahl.
Vinschger Sonderausgabe

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