Preisgekrönte Almvertreter mit Jury-Mitgliedern und Ehrengästen.

Der Vinschgau öffnet sich dem restlichen Südtirol

Publiziert in 39 / 2012 - Erschienen am 31. Oktober 2012
Nach 20 Jahren „Vinschgauer Alpkäseverkostung“ trafen sich ­Sennerinnen, Senner und Almverantwortliche zur 1. Südtiroler ­Alpkäseverkostung. „Es ist erfreulich, dass sich der Vinschgau dem restlichen Südtirol geöffnet hat und dass die 1. Südtiroler Alpkäseverkostung hier in der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg stattfindet,“ meinte Landesrat Hans Berger. Von den 29 Vinschger Milchviehalmen hatten sich 24 an der Verkostung beteiligt. Auch 7 Käse von Almen außerhalb des Vinschgaus hatte die Fachjury in den Kategorien Äußeres, Inneres und Lochung, Konsistenz sowie Aroma und Geschmack zu bewerten. Den 1. Platz erreichte der als ausgezeichnet gewertere Käse (19,5 von 20 möglichen Punkten) der Plawenner Alm (Senn Herbert Völkle; Obfrau Notburga Stocker). Auf Platz zwei (18,5) kam die Laatscher Alm (Senn Fridolin Schwarz; Obmann Albert ­Hutter) und auf Platz drei (18,5) die Upi Alm (Senn Andreas Buccoli; Obmann Erich Tragust). Dem Publikum schmeckte ebenfalls der Käse der Plawenner Alm am besten, gefolgt von jenem der Rableid Alm und Schleiser Alm. „Wir hatten heuer eine nassen und warmen Sommer, die Weide war extrem gut,“ sagte Almberater Bertram Stecher. Auch auf Trends wie den „Kuhtourismus“ - Kühe werden zum Teil von weit her auf die Almen gebracht - oder den häufigen Wechsel beim Almpersonal verwies Stecher. Neben Hans Berger hoben auch Landesrat Richard Theiner sowie Sennereiverbands-Obmann Joachim Reinalterder die Bedeutung der Almwirtschaft hervor. Die Politik sei gefordert, sich für den Erhalt der Almen einzusetzen. Diese seien auch für den Tourismus wichtig. 124.000 kg Käse Insgesamt wurden 2012 auf den 29 Almen in Vinschgau rund 124.000 kg Käse und 15.000 kg Butter hergestellt. 1.480 Kühe waren aufgetrieben worden. „Ein Rückgang der Milchviehalpung ist im Vinschgau in den ­letzten 10 bis 20 Jahren nicht festzustellen“, so Markus Joos vom Bezirksamt für Landwirtschaft Schlanders und von der Arbeitsgemeinschaft Vinschgauer Milchviehalmen. Wichtig ist laut Joos, dass die Alpungsprämien auch im Ländlichen Entwicklungsplan 2014-2020 gut abgesichert werden, „damit die aktive Bewirtschaftung der Almregionen - auch mit Vieh - weiterhin erleichtert und gewährleistet wird.“ Ein Problembereich auf den Gemeinschaftsalmen bleibe die touristische Nebennutzung, sprich die vielen Rechtsbestimmungen, und der ständige Anpassungsbedarf an sanitär-hygienische Vorschriften. Landesrat Berger meinte dazu:“Bestimmte Vorschriften ja, eine Überreglementierung nein.“ Besonderen Dank zollte Berger dem Abteilungsdirektor für Landwirtschaft Martin ­Pazeller für seine Bemühungen um die Förderung der Milchviehalmen. Organisiert hatten die Käseverkostung die Fachschule, die ARGE Vinschgauer Milchviehalmen und der Sennereiverband. Die Obervinschger Böhmische sorgte für Musik.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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