Eine alte obdachlose Frau im Nachtasylheim

„Die Armut ist so nah“

Publiziert in 24 / 2005 - Erschienen am 14. Dezember 2005
Betroffen von der großen Not in den rumänischen Hochwassergebieten organisierte Helga Spiess aus Taufers nach einem ersten Besuch in der westlichen Provinz Banat erneut eine Hilfslieferung dorthin. „Wir wollen diesen Menschen, die knapp zwei Flugstunden von uns leben, ein wenig Linderung ihrer Not bringen“, sagte Helga Spiess, freiwillige Mitarbeiterin des Vereins „Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt“. Mit einem 8,5 Tonnen schweren LKW der Firma „Transalbert“ mit Hilfsgütern von privaten Spendern war sie gemeinsam mit Petra Theiner aus Prad in die Temeswarer Ortschaft Cruceni gefahren. In Cruceni stand das Hochwasser ziemlich lange, und die Hilfe von außen war schwer möglich. Im Sommer gelang es Peter Lanthaler aus Passeier, Präsident des Vereins „Aktivhilfe für Kinder“ mit Unterstützung der Landesregierung 30 Wohncontainer für die dort betroffene Bevölkerung aufzustellen. Was noch dringend gebraucht wurde waren Kleidungsstücke, Bettwäsche, Vorhänge und Handtücher. Diese Hilfsgüter wurden anhand einer von Caritasmitarbeitern der Diözese Temeswar erstellten Liste an 218 betroffene Familien in Cruceni verteilt. Jugendliche aus dem Pater-Jordan-Nachtasyl halfen beim Abladen und Verteilen. 36 Südtiroler Apotheken und die Unifarm Trient haben außerdem 164 Kilogramm Verbandsmaterial zur Verfügung gestellt und an die Caritas-Sozialstation in Temeswar weitergeleitet. „Die Südtiroler sind sehr spendenfreudig, wenn sie wissen, dass die Hilfe direkt vor Ort ankommt“, sagte Petra Theiner. Deshalb startet Helga Spiess eine Spendenaktion zur Unterstützung schwerwiegender Fälle in Cruceni. Schwester Rosa aus Vintl, die sich im Salvatorianerkloster gemeinsam mit Pater Berno aus Deutschland um die Ärmsten, besonders um alte und kranke Menschen kümmert, dankte den Vinschger Frauen und betonte „Wenn wir die Spenden der Südtiroler nicht hätten, könnten wir diese Arbeit nicht fortsetzen.“ Mit den Spendengeldern sollen Heizungskosten, Arzt- oder Operationsspesen übernommen werden, die sich die Betroffenen nicht leisten können. Ein Durchschnittslohn in Rumänien beträgt 120 Euro, eine Altersrente 100 Euro, die Begräbniskosten im Vergleich 550 Euro. Wer für die notleidende Bevölkerung in Rumänien spenden möchte, der kann dies über das Spendenkonto 333 bei der Südtiroler Volksbank zugunsten der „Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt“, Kennwort „Schwester Rosa Rumänien“ tun.
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Vinschger Sonderausgabe

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