Die große Verkehrsbefragung naht

Publiziert in 10 / 2005 - Erschienen am 26. Mai 2005
Soll die Staatsstraße durch den Vinschgau zu einer Schnellstraße ausgebaut werden? Braucht es eine Verlängerung der Bahnverbindung von Mals in die Schweiz und nach Landeck? Sollen die Lastkraftwagen nachts nicht mehr fahren? Soll der Straßenabschnitt Reschenpass-Mals ausgebaut werden? Braucht es einen Neubau der Staatsstraße Mals-Spondinig? Wo sollen Dorfumfahrungen gebaut werden? Dies sind nur einige der Fragen, auf die alle Haushalte und Betriebe der 13 Mitgliedsgemeinden der Bezirksgemeinschaft sowie der Gemeinde Plaus demnächst antworten können und sollen. Diese groß angelegte Fragebogenaktion ist der vielleicht wichtigste Baustein für das von der Bezirksgemeinschaft in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Auftrag gegebene Gesamtverkehrskonzept für das Tal. „Der Vinschgau gehört heute zu den Lebens- und Wirtschaftsräumen in den Alpen mit einer sehr hohen Lebensqualität und erheblichen Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen“. Dies stellt der Wiener Verkehrsexperte Hermann Knoflacher fest, dem die Bezirksgemeinschaft die Erstellung des Gesamtkonzeptes anvertraut hat. Die Entwicklung der Wirtschaft hat nach Ansicht von Knoflacher zu einer erheblichen Eigenständigkiet des Tales geführt. Hätte man Ausbaupläne, wie es sie vor 30 Jahren gab, umgesetzt, wäre diese Eigenständigkeit verloren gegangen. Der Verkehr birgt aber ein großes Risiko. Das Verkehrskonzept soll dazu dienen, mit dem Thema Verkehr sachkundig und verantwortungsbewusst umzugehen. Der wichtigste Ausgangspunkt für das Konzept ist die Erhebung des Ist-Zustandes. Zu diesem Zweck werden Anfang Juni Befragungen, Zählungen und Messungen durchgeführt. Koordinator ist Mirko Stocker. Im Mittelpunkt steht die Befragung der Haushalte und Betriebe der 13 Mitgliedsgemeinden sowie der Gemeinde Plaus. Rund 15.000 Fragebögen werden bis zum 6. Juni mit der aktiven Mithilfe der Gemeinden händisch verteilt. Die Erhebungsbögen sollen zum Stichtag 8. Juni (Mittwoch) ausgefüllt werden. Für alle Personen, die über sechs Jahre alt sind, gibt es so genannte Wegebögen. Anzugeben sind unter anderem alle Wege (Fußwege, kurze Wege, Rückwege) sowie alle benutzten Verkehrsmittel. Auch Fragen zum Rad- und Gehwegenetz sind zu beantworten. Weiters können die Bürger angeben, welche Maßnahmen sie für die künftige Verkehrsorganisation im Vinschgau für notwendig halten: Schnellstraße? Ausbau der Bahn in die Schweiz und nach Landeck? Ausbau Forst-Töll? Ausbau Reschenpass-Mals? Neubau Mals-Spondinig? Verkehrsberuhigung in den Orten? Der Erfolg der Untersuchung hängt entscheidend davon ab, dass möglichst alle Haushalte antworten. Die Fragebögen werden ab dem 9. Juni wieder in den Haushalten abgeholt oder können bis zum 17. Juni in den Gemeinden abgegeben werden. Für die Betriebe gibt es mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Betriebe, nicht aber der Genossenschaften, eigene Erhebungsbögen. Zusätzlich zur Fragebogenaktion finden am 8. Juni am Reschenpass, in St. Valentin auf der Haide, in Tartsch, in Laatsch, in Schluderns, an der Grenze in Taufers im Münstertal, in Spondinig, bei der Handwerkerzone Prad, in Eyrs, in Tschars und auf der Töll Verkehrszählungen statt, wobei die Gemeinden rund 60 Zählpersonen einsetzen. In der Gemeinde Schlanders werden außerdem vom 6. Juni bis zum 9. Juni Schallpegelmessungen durchgeführt. Auch Geschwindigkeitsmessungen sind an verschiedenen Orten geplant. Eine weitere Verkehrszählung an vier Stellen (Reschenpass, Grenze Taufers im Münstertal, Eyrs und Töll) ist für den 31. August angesetzt. Alle Erhebungsergebnisse werden zur Analyse an das Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien (Professor Hermann Knoflacher) weitergeleitet. Auch das Datenmaterial der SAD wird im Zuge der Auswertung berücksichtigt. Die Ergebnisse der Auswertung sollen im Rahmen von Bürgerversammlungen vorgestellt werden.
Josef Laner
Josef Laner

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