Der Ausbau des Uferweges am Haidersee war ein erfolgreiches Projekt der Gemeinde Graun.

Die Hoader konnten sich ein Bild machen

Publiziert in 23 / 2012 - Erschienen am 13. Juni 2012
Es hat sich vieles getan und soll sich noch einges tun in der ­Gemeinde Graun. Bei der Bürgerversammlung in St. Valentin legten die V­erwalter Rechenschaft ab. St. Valentin - Es saßen etwa fünf Prozent der Bewohner von St. ­Valentin auf der Haide im Kultursaal. Nur zwei der 44 Zuhörer von 863 Hoadern waren Hörerinnen. Ihnen wollten Bürgermeister Heinrich Nogler und der zuständige Referent Thomas Santer Auskunft geben und Rede und Antwort stehen. Santer blickte auf Arbeiten und Projekte zurück, die sich spezifisch auf St. Valentin bezogen. Bürgermeister Heinrich Noggler ließ im Schnelldurchlauf Schwerpunkte in anderen Fraktionen Revue passieren und ging auf Programmpunkte von allgemeinem Interesse ein. St. Valentin sei die einzige Fraktion mit Einwohnerzuwachs, wusste Referent Santer zu berichten, und lieferte einen Überblick über Ein- und Ausgaben im 10,7 Millionen Euro-Haushalt. Dabei wurde ersichtlich, dass die Gemeindeverwaltung Graun im Jahre 2012 vorhat, 46 Prozent des Haushaltes für Investitionen bereitzuhalten, drei Prozent mehr als 2011. Mit dem „Jahrhundertprojekt“ Bau und Erweiterung der Mittelschule eröffnete Santer seine Präsentation. Sechs Vorhaben in Graun und Reschen stellte Bürgermeister Noggler vor. Neun Projekte und Maßnahmen wolle die Verwaltung in St. Valentin und Langtaufers angehen. Fünf Projekte und mehrere Maßnahmen und Förderungen bezogen sich eindeutig auf Ausbau und Entwicklung des Fremdenverkehrs in allen Ortsteilen. Drei hatten den Wohnbau zum Thema, drei Energie und Fernheizwerke. Sieben Mal schienen Sanierungsprojekte in Gemeinde- und Vereinshäusern, Schulen und Kindergärten auf. Drei Projekte hatten Umwelt und Wirtschaftsförderung zum Gegenstand. Gemeinde übergreifend rückte der Bürgermeister die Fort- und Umsetzung des Tourismuskonzeptes in den Vordergrund. Erster sichtbarer Ausdruck sollte die Gestaltung des Turmareals in Graun werden. Ob zum Büro des Tourismusvereins auch das Museum auf das Turmareal verlegt würde, war dann auch die erste Frage aus dem Publikum. Als Bürgermeister Noggler noch erwähnte, dass die provisorische WC-Anlage allein schon beträchtliche Einnahmen liefere, meinte ein Bürger: „Anderswo würden sie anders mahlen. Wir haben nur einen Gratis-Parkplatz und ein Sch…haus dort stehen.“ Das Thema Straßenbenennung und Windradgeschichte wurde auf eine Stufe gestellt: „Wieder durften die Bürger nicht mit­reden…“ Laut und emotional wurde es bei der Standortfrage der Weißkugelhütte. Was mit dem Gemunkel um den Zusammenschluss Kaunertal-Langtaufers dran sei, wollte man wissen. Eine zugeparkte Kreuzung und das Einschreiten der Dorfpolizisten, bewegten einen anderen Bürger. Ein Hoader Unternehmer stach in ein Wespennest, als er meinte: „Man nennt uns Schildbürger, denen es zu gut geht, weil wir die Windräder abbauen lassen.“ Es wurde turbulent; man diskutierte in Kleingruppen. Vom Referententisch kamen bekannte Argumente: „Wir waren nie gegen die Windenergie, nur gegen diesen Standort.“ Bürgermeister Noggler machte auf die Energiequellen Photovoltaik und das zu bauende Karlinbach-Werk aufmerksam, das viel mehr für die Gemeinde abwerfe. Windradfreie Zone Bozen/Mals – Die Freiheitlichen im Landtag haben ihr Herz für ein windradfreies Südtirol entdeckt. In Anlehnung an eine Umfrage im Vinschgau forderte der Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker am 4. Juni die landesweite Befragung der Urlauber. Bei der Pressekonferenz dabei war auch der Malser Gemeinderat Peppi Stecher, der als Aktivist der Anti-Windrad-Bewegung „Bürgerinitiative Malser Haide“ über die Umfrage zwischen Weihnachten 2010 und Dreikönigstag 2011 aus erster Hand berichten konnte. „Die Einbindung der Gäste wäre bei der Entscheidungsfindung betreffend Windräder in Südtirol sicher wichtig“, meinte Stocker in einer Aussendung. 2,5 Millionen Gäste kämen aus einem windradgeplagten Deutschland, so sinngemäß Stocker, und würden sicher nicht ein Hochgebirge mit Windrädern als Urlaubsort auswählen. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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Vinschger Sonderausgabe

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