Die tägliche Gewalt

Publiziert in 11 / 2005 - Erschienen am 9. Juni 2005
Mit dem Thema Gewalt beschäftigte sich ein Projekt an der Mittelschule Latsch. Die Schüler der 3A gingen dabei vom eigenen Verhalten aus, vom Umgang zu den Klassenkameraden und spannten dann einen Bogen bis hin zur Gewalt Nazi-Deutschlands an Juden, Behinderten, Minderheiten und Andersdenkenden. Zuerst untersuchten die Schüler das eigene Handeln und vor allem das eigene Sprachverhalten. Welche Wörter werden verwendet, um andere zu verletzen? Wo liegt die Grenze dieser verbalen Gewalt? Dabei erkannten sie, wie unterschiedlich die Empfindsamkeit sein kann. Auch stellten die Schüler mit Erstaunen fest, dass der Sprachgebrauch junger Rechtsradikaler oft ähnlich ist mit jenen Wörtern, die auch sie gebrauchen. Diese verbale Gewalt, die sich alltäglich in Schule, Freizeit und Familie abspielt, wurde in sechs Einaktern verarbeitet und dann den Mitschülern und in einer Abendveranstaltung den Eltern präsentiert. In einer zweiten Phase thematisierten die Schüler die Gewalt während Hitlers Herrschaft in Deutschland. Zum Abschluss des Projektes wurde das Konzentrationslager Dachau besucht. Die Führung durch eine dieser vielen menschenverachtenden Einrichtungen Nazi-Deutschlands hat die Schüler tief beeindruckt. Spontan entschlossen sie sich, die beim Theater gesammelte freiwillige Spende jenen Opfern – vor allem heute in Russland lebenden Juden – zu geben, die dadurch eine Unterstützung fanden, die Gedenkveranstaltungen anlässlich der Befreiung des KZ Dachau vor 60 Jahren am 1. Mai in Deutschland besuchen zu können. Elfriede Gruber
Vinschger Sonderausgabe

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