Professor Bernd Gänsbacher im Gespräch mit dem Kastelbeller Gemeindearzt Erich Donà.

Die Waage trifft keine Schuld

Publiziert in 7 / 2013 - Erschienen am 28. Februar 2013
Die Ernährung bestimmt maßgeblich unsere Gesundheit. Wer sich richtig ernährt, kann vielen Krankheiten vorbeugen. Oft auch dem Krebs. Schlanders - Allerdings sei es wichtig, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebserkrankung zu erkennen, so der international bekannte Krebsforscher Bernd Gänsbacher. Der gebürtige Sarner beleuchtet in seinem Buch „Krebsrisiko senken durch gesunde Ernährung“ die Wechselwirkung zwischen Ernährung und Krebs. Bei der gut besuchten Buchvorstellung in der Aula Magna der Wirtschaftsfachoberschule in Schlanders stellte der Autor nicht sein neues Buch in den Mittelpunkt, sondern den engen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs. „Übergewicht erzeugt einen ­chronischen Entzündungszustand und ist nach dem Tabak der größte Krebsverursacher“, behauptete der Krebsforscher. Neben den genetischen Veranlagungen seien es besonders das lokale Umfeld und vor allem die Ernährung, die entscheiden, ob und welchen Krebs ein Mensch bekommt. Prof. Gänsbacher warnte vor Diäten und Diätverkündern, Vitaminergänzungsmitteln, Transfettsäuren und gehärteten Fetten, vor zuviel Genuss von rotem und verarbeitetem Fleisch wie Wurst- und Pökelwaren und vor zuckerhaltigen Getränken; er plädierte vielmehr für eine kalorienärmere Kost, die reich an farbigem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und proteinhaltigen Nahrungsmitteln ist. Bei der Verbrennung von Kalorien sei jeder Mensch genetisch anders veranlagt: was beim einen eine rasche Gewichtsreduzierung bewirke, sei beim anderen kaum wirkungsvoll. „Die Waage trifft keine Schuld“, sagte der Buchautor, der zu sportlicher Aktivität und auch zur Führung eines Ernährungstagebuches riet. Dies sei ein unumgängliches Hilfsmittel zur Kontrolle der genauen Kalorieneinnahme. Hilfreich sei auch ein Schrittzähler; mindestens 10.000 Schritte, das entspricht 7,5 Kilometer, soll der Mensch täglich machen. Ein wichtiges Anliegen ist dem Krebsforscher auch die Gesunderhaltung der Darmflora. Der westliche Lebensstil beeinflusse die Darmflora und verändere sie auch; das kann zu Allergien oder zu entzündlichen Darmerkrankungen führen. Im Buch „Krebsrisiko senken durch gesunde Ernährung“ beantwortet Prof. Gänsbacher fiktive Fragen seiner Freunde zu Ernährung und deren Einwirkung auf die Krebsentstehung; zudem versucht er sie zu überzeugen, dass jeder Einzelne sehr viel zu seinem eigenen Schicksal beitragen kann. Das Buch ist im Athesia-Verlag erschienen, es umfasst 190 Seiten und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Ingeborg Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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