Dorfbus: Service bürgernah

Publiziert in 10 / 2005 - Erschienen am 26. Mai 2005
Die Wiederinbetriebnahme des Vinschger Zuges hat viele Neuerungen gebracht, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Umstellung von Bus auf Bahn dem Fahrgast merkliche Vorteile bringen soll. Nun ist die öffentliche Meinung zum Thema Vinschger Zug teilweise gespalten. Zu überwiegend positiven Aspekten gesellen sich auch einige negative. Zu diesen zählt unter anderem der Umstand, dass manche Bahnhöfe weit von den Dorfkernen entfernt liegen und der ältere Teil der Bevölkerung sich eher schwer tut, lange Strecken unter Zeitdruck zu bewältigen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde in Schlanders ein Zubringerdienst, der sogenannte Dorfbus-Citybus, organisiert. Er fährt die Zugfahrgäste kostenlos vom Dorf zum Bahnhof und wieder zurück. Es wurde eine Route vom Dammlplatz (Nähe Krankenhaus) über die Bushaltestelle zum Rathaus in Richtung Bahnhof gewählt, wo man an den fünf mit Dorfbus-Citybus gekennzeichneten Stellen zusteigen kann. Der Dorfbus fährt die 34 vorgesehenen Fahrten pro Tag nach einem festen Fahrplan, der an den Haltestellen ausgehängt ist. Grundsätzlich gilt es, sich am Damml etwa 15 Minuten vor der Abfahrt des Zuges einzufinden. Kommt man am Bahnhof Schlanders an, wartet der Dorfbus am Ausgang bereits auf die Fahrgäste, wobei den Älteren und Frauen mit Kindern der Vorrang aus Rücksichtnahme zu gewähren ist. Der Dienst wird von den Fahrgästen gut angenommen, die Zahl der beförderten Passagiere reicht pro Tag von etwa 75 bis zu 250. Ein Wunsch blieb der Bevölkerung von Schlanders leider unerfüllt: Die Konzessionen für die Fraktionen Kortsch, Göflan und Vetzan wurden dem Transportunternehmer Schönthaler Rudolf, welcher den Dienst ohne weiteres garantieren könnte, noch nicht gewährt. Eine Lösung für die Fraktionen und die Gemeinden muss aber gefunden werden, da die SAD-Bus-Hauptlinie künftig eingeschränkt wird. Dadurch leidet die gemeindeinterne Mobilität. Nur ein gut funktionierendes Dorfbus-System bietet die Chance dem entgegenzuwirken und die individuelle Mobilität und damit die Wirtschaft im Tal zu fördern. Der Dorfbus-Citybus ist vorerst ein Provisorium, und zwar bis zum Inkrafttreten der endgültigen Fahrpläne am 11. September. Was die Kosten betrifft, so gilt grundsätzlich, dass das Land und die Gemeinde die Ausgaben je zur Hälfte übernehmen. Ab dem 11. September wird der Dienst für Zugfahrgäste weiterhin kostenlos bleiben (in der Bahnfahrkarte integriert), nicht aber für jene, die den Citybus nur innergemeindlich benützen.
Werner Wallnöfer

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